-
Der Kotzbrocken
Datum: 10.05.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... Ordnung kommen würde. Er würde sich um sie und ihre Schwester kümmern, bis ihre Mutter wieder ganz gesund wäre. Innerlich focht er einen schweren Kampf mit sich aus. Er versuchte den Mädchen Trost und Halt zu geben, aber er war doch an der ganzen Misere schuld. Er machte sich bittere Vorwürfe. Wenn es bei Frau Wagner bleibende Schäden geben würde, was wäre dann? War sie in der Lage, danach ihre Kinder zu versorgen? Er würde dafür sorgen, das sie einen besser bezahlten Arbeitsplatz bekommen würde, die Wohnung behalten könnte und. . . und. . . und. . . Seine Gedanken verloren sich in einem Wirrwarr und plötzlich stiegen ihm Tränen in die Augen und liefen seine Wangen hinab. Die Schuldgefühle drohten ihn zu überwältigen. "Du mußt nicht weinen, Onkel Hans", flüsterte Fabienne und drückte sich an ihn. "Mami wird ganz bestimmt wieder gesund. Das weiß ich genau." "Ganz bestimmt", sagte er zu ihr. "Und wenn sie wieder ganz gesund ist, dann wird es uns allen viel besser gehen." * Ein Ärztin kam aus Richtung der Operationssäle und stutzte, als sie die Drei auf dem Besuchersofa sitzen sah. Als sie Hans-Werner erkannte, rang sie um Fassung. Er und Kinder? Das war bis jetzt ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Hans-Werner erschrak, als er seine Schwester Andrea erkannte. Jahrelang war er ihr aus dem Weg gegangen, nachdem seine Frau und seine Tochter gestorben waren. In seinem ersten Zorn hatte der auch den Ärzten eine Schuld am Tod seiner Lieben gegeben. Er ...
... schaute Schuld bewußt zu ihr auf und deutete auf den Platz links neben sich. Andrea ließ sich vorsichtig nieder um Laura nicht zu wecken. Fabienne schaute neugierig zu ihr auf. Andrea nahm Fabis Hand und streichelte sie sanft. "Wird schon werden, meine Kleine, keine Angst. Wir tun unser Bestes, damit deine Mami wieder ganz gesund wird. Es wird ihr bald wieder richtig gut gehen." Sie nickte Fabienne aufmunternd zu. Dann stand sie auf und bedeutete Hans-Werner zu ihr zu kommen. Er legte Laura ganz vorsichtig zu Fabienne und bat sie einen kurzen Moment auf ihre kleine Schwester aufzupassen, da mit der Doktorin noch etwas reden musste. "Wie kommst du denn zu den Kindern, Brüderchen?", fragte sie neugierig. "Das ist eine lange Geschichte, Andrea, an der ich eine gewisse Mitschuld habe. Und dich bitte ich auch um Verzeihung wegen der Art, die ich dir gegenüber an den Tag gelegt habe. Also, wie geht es Frau Wagner?" "Den Umständen entsprechend relativ gut. Sie hat eine tiefe Platzwunde an der Stirn, die wir geklebt haben und eine Gehirnerschütterung. Aber das gibt sich wieder. Den linken Arm hat sie sich ausgekugelt und gebrochen; das haben wir wieder eingerenkt und den Bruch, der Gott sei Dank einfach war, gerichtet und geschient. Das größte Problem war ihre zertrümmerte linke Hüfte. Wir haben ein künstliches Hüftgelenk, also Pfanne und Kugel eingepasst und alles so gerichtet, dass sie bald wieder normal gehen kann. Zum Glück hat Frau Wagner gesunde und stabile ...