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Der Spanner Teil 02
Datum: 30.05.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bys_napples
Es ist Fiktion, nur ein Gedankenspiel ———————————————— Es ist jetzt ein halbes Jahr her, dass Barbara Reismüller oder nach ihrer Scheidung jetzt mit ihrem „Mädchennamen" Barbara Möhring zu mir, Alex Beiner, einem ehemaligen Leiter der Kreditabteilung einer mittelgroßen Bank in einer mittelgroßen Stadt am Rhein zu mir in mein altes Elternhaus gezogen ist. Barbara leitet eine kleine Pharmafirma, die LSD für psychotherapeutische Kliniken herstellt. Ihr Ex-Mann hatte die Firma finanziell in Schieflage gebracht, ich hatte sie, zusammen mit einer alten Freundin, unterstützt, belastendes Material über ihren Ex-Mann herauszufinden und ihr dadurch zur Scheidung und zur Übernahme der Geschäftsführung des Unternehmens verholfen. Die Finanzierungslücke, die durch das Gebaren ihres Ex-Manns entstanden war, hatte ich mit einer Beteiligung an der Firma geschlossen. Meine Arbeit bei der Bank hatte ich aufgegeben und gab als Beruf, wenn wir uns auf Empfängen oder sonstigen gesellschaftlichen Anlässen befanden, Hausmann an. Das klingt langweilig, ist es aber nur bedingt und das Schöne daran ist, dass das Gespräch fast immer eine andere Richtung nimmt, weil niemand der anwesenden Herren mit dem Begriff etwas anfangen kann. Die meisten der sogenannten Entscheider kommen abends nach Hause, erwarten ein Essen, kaltes Bier oder einen Rotwein, dazu etwas Knabberspaß vor der Glotze und natürlich saubere Wäsche und geputzte Schuhe. Und nach dem Fernsehabend noch eine kurze Nummer mit der ...
... Gattin, wenn diese es denn zuließ. Wenn diese es immer häufiger nicht zuließ, weil die Attraktivität des Gatten durch die zunehmende Verfettung von übermäßiger Aufnahme von alkoholischen Getränken und fettigem Essen, verbunden mit Bewegungsmangel nachließ oder sich in Abscheu verwandelte, wurden Überstunden im Büro ein Synonym dafür, mit der Sekretärin, der Praktikantin aus der Ablage oder, ähnlich kostspielig, mit einer Prostituierten erst zum Essen, dann in eine Bar und dann privat oder im Hotel eine verständnisvolle Frau zu finden, die ein offenes Ohr für ihre Probleme hatte oder zumindest für Sex offen war. So oder so wurde dafür bezahlt. Ich zahlte übrigens auch. Ich leistete mir eine Reinigungskraft an 2 Tagen in der Woche, die das Haus, die Wäsche, das Geschirr, die Schuhe und auch den Fuhrpark auf Vordermann brachte. Allerdings war meine Bezahlung im Gegensatz zu meinen Nachbarn fürstlich, ich hatte es ja auch. Geld. Mehr als genug. Und ich gab es gern aus für gute Arbeit. Meine Reinigungskraft verdiente, korrekt angemeldet, genauso viel wie der Leiter der Kreditabteilung meiner alten Bank und damit ganz ordentlich oder eigentlich doppelt so viel, es waren ja eine 20 Stundenwoche. Der Leiter ist übrigens eine Leiterin geworden, meine Kollegin Miriam, die auch zu meiner Zeit schon qualifizierter war als ich es war. Als ich die Stelle aufgab, hatte sie kurz Probleme mit einem internen Konkurrenten, Heinze, einem widerlichen Schleimer, der es fast geschafft hätte, ...