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Polyamorie 02
Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat
... platzierte Wurf in einen Ast über ihnen, ließ sie aufschreien. Der kalte Schnee fiel vom Zweig auf sie herab und unterbrach ihre intime Umarmung. „Iiihhh!", schrie Lisa. „Na wartet!", drohte Lena. Auf Rache aus, liefen sie hinter uns her. Rasch ergriff ich Yasis Hand und versuchte, ihnen zu entkommen. Yasi stolperte und zog mich mit in den Schnee. Als wir aufschauten, hatten uns Lena und Lisa gestellt! Bewaffnet mit Schneebällen drohten sie uns zunächst und wollten wissen, wer von uns das war. Ehe ich was sagen konnte, traf mich etwas Kaltes mitten im Gesicht. Es entbrannte eine Schneeballschlacht, in der Lisa und Lena uns den Schnee nur so in den Kragen stopften. Ich wollte das Gleiche bei ihnen, doch ihre Kapuzen waren hochgeschlagen und sie flitzten flink hin und her. Man konnte sie nicht greifen, immer wieder rutschte ich aus und fiel in das kalte Weiß. Irgendwann lagen Yasi und ich auf dem Rücken. Lisa kniete mit einer Handvoll Schnee über mir und drohte: „Ergebt euch, sonst machen wir euch kalt!" Uns war bereits kalt. Resignierend hob ich die Hände, prustetet Schnee aus meinem Mund und flehte: „Okay, okay, ihr habt gewonnen! Wir sind eure Gefangenen, aber bitte keinen Schnee mehr." Lisa und Lena sahen sich auf einmal mit einem hinterhältigen Blick an. Das verhieß nichts Gutes für Yasi und mich! Um wieder aufzutauen beschlossen wir in Richtung Auto zurückzugehen. Wir machten vorher nochmal am Glühweinstand halt und wärmten uns mit heißem Tee ...
... und Punsch auf. Während wir tranken, tuschelten die beiden Gewinner und blickten ab und an kichernd zu uns herüber. Offenbar schmiedeten sie bereits Pläne. Mit Sicherheit teuflisch, aber, wie ich sie kannte, auch erotisch. Mir war klar, Yasi und ich würden ihre Opfer sein, doch statt Angst spürte ich ein freudiges Kribbeln im Bauch. Ich war gespannt, was sie für uns ausheckten. * * * Zu Hause angekommen, wollte Yasi schnell unter eine heiße Dusche. Ihre Erkältung sollte sich nicht verschlimmern, drum baten wir Lisa und Lena, mit ihrer Gefangenenbestrafung zu warten, bis Yasi sich aufgewärmt hatte. Das Wohl des Babys und ihre Gesundheit gingen vor. Erst wollten wir zusammen unter die Dusche, doch als wir das geheizte Badezimmer betraten, erinnerten wir uns an Nürnberg. Spontan entschieden wir uns für ein Bad in der Wanne. Wie damals stiegen wir hintereinander sitzend ein. Wir alberten herum wie kleine Kinder, setzten uns Schaummützen auf und pusteten die Flocken durch die Luft. Schließlich hielt ich Yasi in den Armen. Sie lehnte sich entspannt zurück und schwärmte: „Das ist die schönste Zeit meines Lebens. Ich bin total glücklich. Ich fühle mich frei und bin umgeben von Menschen, die mich verstehen und lieben. Keine Mutter, die will, dass ich zu meinem Onkel in die Türkei fliege, um die ‚Schande' zu verheimlichen!" „Welche Schande?" „Das Baby! Als ich ihnen sagte, ich werde das Kind nicht abtreiben, verlangten sie, dass ich zu Onkel Orhan fliege. Kann mir ...