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Polyamorie 02
Datum: 01.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byBlackHatNCat
... getrennt von meinen Liebsten. -- Welch ein Albtraum! * * * Ein Albtraum der anderen Art war wie befürchtet der Einkauf. Schon die Parkplatzsuche glich einem Kampf auf Leben und Tod. Mehrmals musste ich den Kürzeren ziehen. Straßen-Rowdies drängelten sich vor und schnappten mir die Parklücke weg. Mir blieb nichts anderes übrig, als abzuwarten oder weite Wege laufen zu müssen, um zum Geschäft zu kommen. Ich wartete dreißig Minuten, bis sich die nächste Parklücke ergab. Die nahm ich dann einem Konkurrenten weg. Das war nun meiner. -- Sieg! Im Baumarkt gab es den nächsten Tiefschlag. Auf meine Frage nach einem Baumständer erntete ich vom überforderten Personal eine herablassende Auskunft: „Ausverkauft! Wo denken sie hin. Einen Tag vor Heiligabend, da müssen sie schon früher aufstehen." Wo sollte ich nun einen Ständer herbekommen? Ich überlegte, selber einen zu bauen, schließlich war ich Ingenieur, zwar für Informatik, aber ich hatte ein Händchen für kleine Basteleien. Ich fühlte mich herausgefordert. Allerdings standen noch weitere Teile auf meiner Liste. Auf der Suche nach den fehlenden Materialien für die Fernseher-Wandhalterungen, bemerkte ich ein offenes Lagertor. In dem Raum befanden sich Sommersaisonartikel. Terrassenmöbel, Sonnenschirme und passende Ständer lagen zum Teil auf dem Boden oder stapelten sich in Regalen. Mein Blick fiel auf einen Metallständer mit schwerem Fuß. Man konnte einen Schirm mit Flügelschrauben darin einklemmen. Das gleiche Prinzip ...
... kann man auch bei einem älteren Christbaumständer finden. Da Lisas Baby-Groot nicht sehr groß war und sein Stamm nicht zu dick, könnte es funktionieren. Ohne einen Mitarbeiter zu fragen, ging ich durch das Tor ins Lager, wuchtete den Metallfuß auf den Einkaufswagen und schob diesen mit einem triumphierenden Lächeln in Richtung Kassen. Auf dem Weg dorthin fand ich auch noch die fehlenden Winkel und Schrauben für die Halterung. -- Sieg auf ganzer Linie! Auch das anschließende Warten sowie der plötzliche Kassenausfall und die übellaunigen Kunden um mich herum, schafften es nicht, mein Grinsen fortzuwischen. Obendrein trafen Nachrichten von Lisa und Lena ein. Meine Süßen glaubten, mich unterwegs aufmuntern zu müssen. Wie damals beim Warten im Geschäft, als sie ihre Halloweenkostüme anprobierten, schickten sie mir erotische Fotos unter dem Betreff: Notfall! Von Mal zu Mal zeigten sie mehr. Erst Lenas Lippen, die Lisas küssten, dann mit Zunge und dann Lisas anderen Lippen, die auch mit Zunge. Die verspielt küssenden und leckenden Weihnachtselfen in der 69er Position hatten es verdammt nötig. Wenn sie so weitermachten, bekäme ich auch einen Notfall -- in der Hose. Verschmitzt schaute ich vom Handy auf. Ein ebenfalls wartender Kunde in der Schlange neben mir hatte tatsächlich Malerutensilien und Tapeten in seinem Wagen gehortet. Und das zum Weihnachtsfest. Der grauhaarige, ältere Mann linste über seine Hornbrille auf mein Handy-Display. Respektvoll rief er: „Wow! So geile ...