1. Der Schmied aus Intal Kapitel 29/30


    Datum: 05.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... Bauch, ungelenk auf dem Stuhl nebenan.
    
    Ich freute mich aus ganzem Herzen für die beiden, die sich in Liebe gefunden hatten und versicherte Godan, dass sie jederzeit willkommen waren. Was mich innerlich amüsierte war die Tatsache, dass er erzählte, dass sie über dem Dorf eine Höhle gefunden hatten, die versteckt lag und bewohnt gewesen sei musste. Dort hatten sie sich im letzten Frühling häuslich niedergelassen. Ich hätte aufgelacht, wenn ich darüber nachdachte, dass jenes Kind von Kasi dort oben gezeugt worden war, wo Alia und ich mehrfach miteinander verbunden gewesen waren. Die Welt war klein und Dinge wiederholten sich öfters, als man dachte.
    
    Gleichzeitig schoss mir ein Gedanke durch den Kopf, der mich lange beschäftigte. Weder Alia noch Rea waren schwanger geworden, obwohl ich mich Dutzende Male in sie ergossen hatte. Wenn man darüber nachdachte, kam man zu dem Ergebnis, dass es nicht an den Frauen, sondern an mir lag, dass es nicht geschah. Traurig war ich nicht darüber, doch hatte es die Bedeutung, dass ich nie eigene Kinder haben würde.
    
    Um die Zeit bis zur Niederkunft Kasis zu überbrücken, brachte ich Godan von der Schmiedekunst bei. Er war lernfähig, zu einem wirklichen Meister dieses Faches würde er es nicht bringen. Wir machten zusammen ein neues Messer für ihn, sein Altes war in meinen Augen eine Zumutung und nicht würdig in dieser Werkstatt zu verbleiben. Ich opferte von dem blauen Metall und schmiedete heimlich das Eisen, damit er nicht mitbekam, wie es ...
    ... gemacht wurde. Nicht dass ich ihm misstraute, doch dieses Geheimnis blieb bei mir. Niemand anderes sollte erfahren, wie es gemacht wurde. Selbst Alia oder Rea wussten es nicht. Sie wussten, was gebraucht wurde, jedoch nicht die Menge, noch was man zusätzlich brauchte. Einem würdigen Nachfolger würde ich es verraten, wenn ich zu alt geworden war, es zu tun. Noch war ich in meinen besten Jahren, und es würde lange dauern, bis es soweit war.
    
    Godan Augen glänzten, als ich es ihm zeigte. Es war größer als Kasis, die Klinge feststehend mit entsprechender Gürtelscheide. Zusätzlich hatte ich auf der Oberseite Zähne eingearbeitet, damit man kleinere Sägearbeiten ausführen konnte. Der Griff war mit groben Lederschnüren umwickelt. Ich hatte in einem plötzlichen Einfall die Klinge so schwer gemacht, dass sie den Griff an Gewicht überstieg. Godan war schlank, zugleich sehnig und kräftig. Ihn würde das zusätzliche Gewicht nicht stören.
    
    Zuerst verstand er nicht, was ich damit bezweckte, aber als ich es quer durch den Raum warf und es zitternd, tief in einem Pfosten stecken blieb, wurde es ihm sofort klar. Es war nicht nur ein Werkzeug, sondern eine effektive Fernwaffe, wenn man damit umzugehen wusste. Er hatte Zeit und übte viele Stunden hinter dem Haus mit dem Wurfmesser. Mit verschieden Abständen zu den Bäumen warf er das Messer in verschieden Winkeln und Wurftechniken. Je weiter das Ziel war, umso einfacher war es zu treffen, durch die schwere Klinge, drehte es sich automatisch in ...
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