1. Der Schmied aus Intal Kapitel 29/30


    Datum: 05.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... die richtige Lage. Auf kurze Entfernung warf man es liegend, aus der flachen Hand, von unten hochgeschleudert. Die Kraft der schweren Klinge reichte dabei, um das Messer bei kleiner Geschwindigkeit tief ins Holz eindringen zu lassen.
    
    Wenige Tage und er verpassten seine Ziele selten.
    
    „Denk dran!", mahnte ich ihn, „Es ist das Letzte eine Waffe zu werfen, danach stehst du ohne vor deinem Gegner. Sie dir sicher dein Ziel zu treffen, eine zweite Chance bekommst du nicht!"
    
    Er dankte mir wiederholt herzlich für das Geschenk.
    
    Im selben Augenblick durchschnitt ein Schrei die Luft. Er kam aus dem Haus und wir rannten hinein, um zu sehen, was los war. Kasis Fruchtblase war geplatzt und die Wehen hatten eingesetzt. Rea stürmte aus dem Haus, um die Hebamme zu holen. Kasi lag mit Schweißperlen auf einem der Betten, die wir solange sie hier waren, auseinander geschoben hatten, und sah bleich aus. Minuten später schüttelte sie die nächste Wehe. Rea kam zurück und die Hebamme drängte Godan und mich nach draußen.
    
    „Ihr stört nur und könnt nichts machen!", sagte die Hebamme in einem scharfen Ton und schlug die Tür vor uns zu.
    
    Was sollten wir auch tun. Es war Frauensache, was in der Stube geschah. Wir gingen ins Dorf und ich erwarb eine Flasche Wein. Ich dachte, dass es Godan besser gehen würde, wenn er lockerer werden würde, für ihn brach ich meinen Schwur. Mit der Flasche unterm Arm gingen wir zurück und schlüpften durch den Werkstatteingang. Unterbrochen durch Kasis ...
    ... schreien, das wiederholt ertönte, fragte ich Godan, wie er sich die Zukunft vorstellen würde, mit einem Kind, zumal einem Säugling, wäre das Leben wie die beiden es geführt hatten ein schwieriges Unterfangen. Er wusste es nicht. Soweit hatte er nicht nachgedacht. Er hatte das Problem verdrängt, sagte ich zu mir selber.
    
    Ich machte ihm den Vorschlag, im Frühling, auf einem großen Grundstück, was ich gekauft hatte, ein Haus zu bauen. Platz dazu war mehr vorhanden. Es gefiel ihm nicht, sesshaft zu werden, doch nach einigem hin und her willigte er ein. Wir wollten in nächster Zeit einen entsprechenden Platz aussuchen und die Bäume fällen. Dass es mitten im Wald lag, gefiel ihm. Weit weg vom Dorf, nah genug, wenn was sein sollte. Kasis Schreie kamen in kürzeren Abständen und gingen oft in eine Art gurgeln über. Sie schien am Ende ihrer Kräfte zu sein, Godan sah besorgt zur Tür der Stube. Ich öffnete die Weinflasche und gab ihm einen kräftigen Schluck zu trinken. Er hatte noch nie Alkohol getrunken und musste ein paar Mal husten. Den Rest der Flasche stellte ich weg, nachdem ich einen tiefen Schluck genommen hatte.
    
    Plötzlich folgte ein letzter langer Schrei. Ein Klatschen war zu hören und ein kräftiges Stimmchen brüllte los. Godan Augen begannen zu strahlen und er wollte sofort zu Kasi, ich hielt ihn auf, damit die Frauen sauber machen konnten.
    
    Als die Hebamme die Tür zur Werkstatt öffnete, rannte Godan mich fast um. Er stürmte in die Stube und sah zum ersten Mal sein Kind, das auf ...
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