1. Der Schmied aus Intal Kapitel 29/30


    Datum: 05.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... dem Bauch einer erschöpften Kasi lag. Dieses kleine Menschlein war das Ergebnis ihrer Liebe und lag sah furchtbar zerbrechlich aus.
    
    Vorsichtig näherte sich Godan dem Säugling und lächelte Kasi an, die geschwächt aber glücklich zurücklächelte. Der kleine Wurm lag an Kasis Brust und nahm die erste Mahlzeit seines Lebens zu sich. Godan Hand zitterte, als er ihm über den feuchten Kopf strich. Ich hatte ihm eine solche Gefühlsregung nicht zugetraut und es wurde mir warm ums Herz. Es war ein prächtiger Säugling, mit einer ausgeprägten Stimme, wie wir wenig später feststellten.
    
    Als er mit dem Säugen fertig war, versuchte Godan ihn vorsichtig hochzuheben. Er hatte zu zittrige und kalte Finger, sodass das Kind sofort anfing zu brüllen.
    
    Dass ein kleiner Körper wie dieser, so laute Töne hervorbringen konnte, hätte ich nie für möglich gehalten.
    
    Dies war der Grund, warum Godan und ich uns morgens verzogen, um Bäume zu fällen und erst spät nach Hause zurück kamen. Kasi und Godan sollten bis zur Fertigstellung ihres Hauses bei uns bleiben, wo sollten sie sonst hin. Der Kleine brachte unsere Ruhe aus dem Gleichgewicht. Drei Frauen hatten nichts Besseres zu tun, als um diesen Winzling einen Tanz aufzuführen, in dem kein Platz für uns zwei Männer blieb. Ich für meinen Teil zog in die Schmiede und Godan sah mich neidisch an, wenn ich mich zurückzog. Oft wie möglich blieb er bei mir in der Schmiede. Ich durfte meinem Beruf nicht nachgehen, der Lärm hätte den Kleinen geweckt und das ...
    ... wollten wir nicht. Die Ruhe zu stören, wenn er schlief, war ein Sakrileg, was die Damen des Hauses nicht duldeten.
    
    Wir sehnten den Frühling herbei, um mit dem Hausbau zu beginnen. Als es soweit war und das Wetter es endlich zuließ, begannen wir damit. Ich wollte meine Ruhe zurückhaben und die Zustände auf den alten Stand bringen.
    
    Die drei Frauen waren nicht wiederzuerkennen. Ich hatte den Eindruck, dass jede der Drei dieses Kind geboren hatte. Sie hatten einen eigenartigen Glanz in den Augen, wenn sie an dem rosa Körper rochen. Wir als Männer konnten das nicht verstehen. Wir machten uns Gedanken darüber, was aus ihm werden sollte.
    
    Das Schlimmste war, dass gerade Alia mich oft unergründlich ansah, wenn sie den Säugling auf dem Arm hatte und ihn sanft in den Schlaf schaukelte. Mir lief es kalt den Rücken herunter, weil ich es mir denken konnte, was in ihr vorging. Es machte sie traurig, keine Mutter sein zu können, obwohl ihr Innerstes danach schrie.
    
    Rea sah wie gewohnt alles anders. Es interessierte sie, aber lange nicht so stark wie Alia. Der innere Drang nach einem Kind war bei ihr nicht ausgeprägt. Vielleicht reichte es ihr, dass andere eines hatten und sie sich jederzeit zurückziehen konnte, wie es ihr gefiel. Oder sie war einfach nicht dafür zu begeistern.
    
    Ich wusste, das Alia früher oder später ein Kind haben wollen würde. Sie wurde nicht jünger und war aus dem besten Alter heraus. Wenn, musste es bald sein. Nur wie machen. Ich zerbrach mir den Kopf, kam zu ...
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