1. Die Burg Kapitel 01


    Datum: 25.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... übernachten sah.
    
    Ich konnte sehen, wie ein Ruck durch seinen Körper ging, als ich den Namen sagte. Seine Augen wurden auf einmal ein Stückchen größer und es sah aus, als wenn er sich leicht duckte. Merkwürdig war auch, dass auf einmal die Gespräche in der Gaststätte wie abgeschnitten verstummten.
    
    Ich sah mich vorsichtig um und bemerkte, wie mich viele Augenpaare anstarrten, als wenn ich gerade den Weltuntergang eingeläutet hätte. Als ich wieder den Wirt ansah, konnte ich ein gequältes Lächeln in seinem Gesicht erkennen. Er sagte nur noch leise: „Wenn sie mir gleich gesagt hätten, dass sie im Auftrag von Frau von Hochfeldz hier sind, dann wäre es nicht zu diesem Missverständnis gekommen. Natürlich haben wir für sie ein Zimmer, es ist für Gäste von Frau von Hochfeldz reserviert. Bitte setzten sie sich. Sie haben sicher hunger, das Schwein ist bereits gar."
    
    Ich sah mich um und bekam einen freien Tisch, da sich zwei Gäste erhoben und an einen anderen Tisch wechselten, an dem zwei weitere Gäste saßen. Danach begannen die Gespräche erneut an den Tischen, wobei ich den Eindruck hatte, als wenn sie sich nicht ernsthaft unterhielten, sondern auf etwas warteten. Es lag eine Art Spannung im Raum, die ich nicht greifen konnte.
    
    Wenig später saß ich an diesem Tisch und konnte von hieraus den gesamten Raum betrachten, während der Wirt jetzt mit einem großen Teller, zum sich drehenden Schwein ging und ein großes Stück davon abtrennte. Dann ging er in einen hinteren Raum, ...
    ... in dem sich sicher noch eine Küche befand. Wenig später kam er mit dem Teller zurück und servierte mir mein Mahl.
    
    Alles, was ich mir unter einem deftigen Essen vorgestellt hatte, war vorhanden. Locker aussehende Knödel, die in einer Soße schwammen, der man ansehen konnte, dass sich jemand viel Mühe gegeben hatte. Sie hatte einen würzigen Geruch nach Wein, Nelken und Lorbeerblättern. Dazu leicht in Butter geschwenkter Rosenkohl, verfeinert mit einer Priese Muskat und Mandelstiften. Doch die Krönung war das Schweinefleisch, besonders die krosse Kruste. Sie knackte zwischen den Zähnen und war mit einer leicht süßlich schmeckenden Ummantelung versehen. Eine Komponente dieser Ummantelung war Honig und wahrscheinlich Orangensaft, aber das konnte ich nicht definieren.
    
    Alles war so köstlich, dass ich die überaus große Portion komplett verdrückte. Danach war kein Platz in meinem Magen übrig, den ich noch füllen könnte.
    
    Ich lehnte mich gesättigt zurück und stellte mein Bier so auf den Rand des Tisches, dass ich ohne Mühe herankam. Auch dieses Bier war hervorragend. Würzig und süßlicher als gewohnt. Es lief wunderschön kalt durch meine Kehle, was ich genoss.
    
    Der Wirt kam sofort zu mir und fragte mich: „Ich hoffe, es hat ihnen geschmeckt. Wie ich sehe, haben sie alles aufgegessen. War es nicht genug? Wünschen sie noch etwas nach?"
    
    „Nein danke", meinte ich und rieb mir den Bauch, „es war alles sehr gut, und selbst wenn ich wollte, ich könnte keinen Bissen mehr herunter ...
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