1. Die Burg Kapitel 01


    Datum: 25.06.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... zuschlug, kamen die Gespräche im Raum wieder in Gang. Allerdings nicht lange, denn anscheinend musste die meisten hier sitzenden, am nächsten Tag früh raus. Also verabschiedeten sie sich von dem Wirt und verschwanden einer nach dem anderen.
    
    Industrie oder eine größere Stadt gab es im weiteren Umfeld nicht, also ging ich davon aus, dass die meisten in der Landwirtschaft arbeiteten. Dort wurde normalerweise früh aufgestanden.
    
    Zum Schluss verblieb ich allein im Raum und bekam noch ein Bier. Dieses genoss ich ein Weilchen und beobachtete den Wirt dabei, wie er das geplünderte Schwein vom Feuer nahm und die Tische putzte. Dann war er mit allem fertig. Ich wollte ihn nicht weiter aufhalten und erhob mich von meinem Platz, schnappte mir meinen Koffer und ging Richtung Tresen, um nach meinem Zimmer zu fragen. Der Wirt nickte, kam hinter dem Tresen vor und ging mir voraus.
    
    Da ich das Bild mit der Burg nur von der Seite gesehen hatte, drehte ich mich noch einmal um, um es mir direkt von vorne anzusehen.
    
    Es sah genauso dunkel aus, um nicht zu sagen, dunkler. Als ich genauer hinsah, stellte ich meinen Koffer ab und wischte mir über die Augen. Dann sah ich ein zweites Mal hin und konnte es nicht glauben. Die zuvor hell erleuchteten Fenster waren dunkel. Nichts deutete darauf hin, dass zwei helle Punkte in dem Bild gewesen wären. Dabei war ich mir sicher, dass sie dort gewesen waren. Oder hatten mir meine Augen zuvor einen Streich gespielt?
    
    Ich konnte es nicht mit ...
    ... Gewissheit sagen. Daher nahm ich meinen Koffer und folgte dem Wirt, der sich wartend vor einer Tür postiert hatte. Nun gingen wir ein Stockwerk höher und ich bekam ein altmodisches, sauberes und gemütlich wirkendes Zimmer mit eigenem Bad, worüber ich verwundert war. Es hätte mich nicht gewundert, wenn im Garten ein kleines Häuschen gestanden hätte und im Zimmer ein Waschtisch mit Wasserkrug und Schüssel.
    
    Der Wirt fragte noch, ob ich noch etwas bräuchte, aber ich verneinte. Ich war gesättigt und die lange Fahrt hierher, steckte mir in den Knochen. Ich war mehr als müde und wollte schlafen.
    
    Nachdem der Wirt hinter sich die Tür zumachte, sah ich durch das Fenster, blickte jedoch in eine kohlrabenschwarze Nacht. Hier gab es keine Lichtverschmutzung wie in der Stadt und somit war das Einzige, was man noch sehen konnte, einige, wenige Fenster anderer Häuser, die schwach beleuchtete waren. Dafür waren mehr Sterne am Himmel zu entdecken, die teilweise von den vorbeiziehenden Wolken verdeckt wurden.
    
    Also öffnete ich meinen Koffer und suchte mir entsprechendes Bettzeug. Obwohl es einen Schrank gab, räumte ich den Koffer nicht leer, denn ich wusste nicht, ob ich bleiben würde. Einmal davon abgesehen, dass ich keine Ahnung davon hatte, was ich überhaupt tun sollte.
    
    Doch ich war so müde, dass ich in das weiche, kuschelige Bett stieg und noch einen Moment das Licht brennen ließ, danach löschte ich es und lag einen Moment mit offenen Augen da.
    
    Es war ruhig, so ruhig, wie ich es nicht ...
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