1. Die Mitte des Universums Ch. 039


    Datum: 24.09.2022, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byBenGarland

    ... essen. Sie hatte Spiegeleier gemacht und frischebanh mi -- kleine Weißbrote -- besorgt. Sie sprach ein wenig Englisch und ich ein bisschen Vietnamesisch, so dass wir nicht nur zusammen aßen, sondern auch eine Konversation hinbekamen. Ich sah sie mir ein paar Mal genauer an, wie sie mir so gegenübersaß, und fragte mich, wieso sie und ihr Mann eigentlich keine Kinder gehabt hatten. Sie war durchaus attraktiv, nett auch, und schien klug. Ich wollte aber nicht direkt fragen, auch, weil ihr Mann erst vor knapp zwei Jahren gestorben war.
    
    Eigentlich wollte ich am späten Nachmittag wieder zurückfahren, aber ich konnte noch eine Nacht bleiben, wenn Frau Binh das wollte. Nur würde sie es mir sicher nicht sagen, falls sie das wollte. Sie war wohl Buddhistin, die sozusagen darauf wartete, nach ihrem Tod wieder mit ihrem Mann vereint zu sein. Eine kurze Affäre stand gewiss nicht auf ihrem Programm, weil sie das ja ihrem Mann später erklären müsste. Wie dem auch war, ich wollte das Thema eh nicht schon zum Frühstück anreißen und beschloss, erst einmal meine Wege zu erledigen und sie vielleicht am Nachmittag zu fragen, ob wir nicht am Abend etwas zusammen unternehmen wollten.
    
    Da ich überraschend früh aufgestanden war, rief ich in der Bibliothek der Schule an und fragte, ob schon jemand da war, und sie sagten mir, dass ich auch sofort vorbeikommen könnte. Ich sagte Frau Binh, dass ich um die Mittagszeit wiederkäme, und sie rief mir ein Taxi. In der Bibliothek erledigte ich alles ...
    ... ziemlich schnell und schnackte mit meinen Kollegen, die ich schon lange kannte, aber nur ein-, zweimal im Jahr sah. Da es zum Mittagessen noch zu früh war und sie auch noch zu tun hatten, lief ich wieder langsam in Richtung der Brücke über den Han-Fluss, über den hinweg Frau Binhs Haus lag.
    
    Als ich gerade an einem größeren Café vorbeigelaufen war, rief eine junge Frau meinen Namen. Ich drehte mich um und sah ‚Pamela', eine ehemalige Studentin von mir, die mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester an einem Tisch im Café auf einer kleinen Bühne saß. Ich überlegte kurz, einfach zu winken und weiterzugehen, aber entschloss mich dann doch, an den Tisch zu treten und kurz mit der Familie zu reden.
    
    Natürlich blieb es nicht dabei. Ihr Vater lud mich sogleich ein, mich doch zu setzen, und da ich ohnehin leidenschaftlicher Kaffeetrinker war, kam mir das eigentlich ganz gelegen. Alle rückten ein bisschen, um mich unterzubringen, und Pamela übersetzte gekonnt. Ich steckte mir eine Kippe an -- wir saßen ja draußen an der frischen Luft, und der Vater hatte auch eine Schachtel vor sich liegen -- und wir tauschten ein paar Nettigkeiten aus. Pamela studierte mittlerweile in Hanoi Medizin und war nach ihrem ersten Jahr nun wieder im Herzen Vietnams auf Sommerurlaub. Sie war ein Jahr jünger als Tuyet und Tina, aber auf dieselbe Schule gegangen.
    
    Pamela erzählte mir, dass die Familie um Elf zu einer Matinee ins Theater wollte, aber nur drei Eintrittskarten ergattert hatte. So wollten sie ...
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