1. Die Rettung unserer Ehe


    Datum: 01.12.2022, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: bykleinaberfein

    ... führte dazu, dass unser Eheleben in erotischer Hinsicht ziemlich einseitig war. Und ich zunehmend das Gefühl hatte, etwas zu versäumen.
    
    Als die Kinder kamen, wurde es noch schwieriger. Zwar entdeckten wir während der Schwangerschaft das „Löffelchen" und genossen diese gleichermaßen entspannte und intensive Art der Liebe. Überhaupt hatte der Sex mit einer schwangeren Frau ungeahnten Reiz. Nicht nur, weil neben dem Bauch auch die Brüste deutlich an Volumen zulegten. Sondern, weil es einfach spannend war, den Veränderungsprozess Haut an Haut mitzuerleben und zu spüren. Und das Gerücht, dass schwangere Frauen kein Interesse am Sex haben, ist genau das: ein Gerücht.
    
    Aber nachdem die Kinder da waren, wurde es mit der Lust so richtig schwierig. Nach der Geburt ist eh ein paar Monate Schluss mit lustig. Und dann fordern die Kleinen völlig zu Recht alle Aufmerksamkeit für sich. Abends schlafen beide Elternteile erschöpft und ausgelaugt ein und hoffen, wenigstens diese Nacht durchschlafen zu können. Und morgens „geht" auch nichts, denn kleine Kinder sind im Zweifel immer früher wach und aktiv als man selbst. Völlig klar, dass Zweisamkeit und Kuscheln da auf der Strecke bleiben. Und wenn man das drei Mal durchmacht, wird es zäh. Unsere Liebe und unser Vertrauen zueinander haben in dieser Phase nicht gelitten. Aber eine ganze Reihe von Jahren Sex auf Sparflamme war einfach nicht schön.
    
    Der Retter unseres Ehelebens war, dass wir unsere drei Sprösslinge in sehr jungen Jahren in ...
    ... Jugendgruppen anmeldeten, die an Wochenenden und in den Ferien Touren in den Bergen machten. Das hat erst mal nichts mit Sex zu tun. In Bezug auf die Ferien ist es eher eine Notwendigkeit. So viel Urlaub kann ein berufstätiges Ehepaar gar nicht haben, um an allen Ferientagen des Jahres für die Kinder da zu sein. Das geht eigentlich nur mit hilfsbereiten Großeltern. Die hatten wir zum Glück. Dumm war nur, dass bei meinen und bei Carolas Eltern mit zunehmendem Alter und dem wachsenden Aktionsradius der Kinder die Stressresistenz abnahm -- was bei der Betreuung von gleich drei Rackern mit der Zeit zum Problem wurde. Da erwiesen sich die Jugendgruppen als hilfreich.
    
    Und sie verschafften uns natürlich wieder mehr Zeit für die Lust. Das war bitter nötig. Alles das, was die Lust lebenswert macht - fremde Haut zu spüren, den Anblick einer nackten Brust, gespreizter Schenkel und umgekehrt auch eines steifen Schwanzes zu genießen -- war lange zu kurz gekommen. Hier herrschte Nachholbedarf und der wurde erst einmal gedeckt. Bis auf das Löffelchen, das uns auch ohne schwangeren Bauch Freude bereitete, war das Repertoire aber genauso limitiert wie in der Vor-Kinder-Phase. Und wieder hatte ich das Gefühl, wir versäumten etwas. Nur kam jetzt auch die Angst dazu, dass uns irgendwann die Zeit davonläuft. Ich war mir sicher, dass mit Anfang vierzig das Interesse an sexuellen Experimenten deutlich geringer sein würde als mit Ende zwanzig. Und das belastete mich. Möglicherweise mehr, als ich ...
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