1. Kiss the Cook Kapitel 01


    Datum: 08.01.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    Kapitel 1
    
    Ich weiß nicht, was in den jungen Dingern von heute vor sich geht und das nicht einmal bei meiner Tochter Christina. Sie ist 25 Jahre, studiert Germanistik und ich frage mich, was aus ihr werden soll.
    
    Dabei habe ich mir viel Mühe mit ihr gegeben. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sie geboren wurde und es erfüllt mich immer noch mit einem warmen Gefühl, wenn ich darüber nachdenke, wie ich sie das erste Mal in meinen Armen hielt.
    
    Um ehrlich zu sein, was ich zu dieser Zeit noch nicht in der Lage damit fertig zu werden. Gerade mal zwanzig Jahre und die Mutter ein Jahr jünger. Wir waren unvorsichtig gewesen und hatten uns keine Gedanken gemacht. Traumtänzer würde ich heute sagen. Von nichts eine Ahnung, aber Kinder in die Welt setzten.
    
    So erging es nicht nur mir, sonder auch Sabine, ihrer Mutter und gleichzeitige Partnerin von mir. Ich hatte sie kennengelernt und dachte, dass sie die Partnerin für mein restliches Leben wäre, aber das stellte sich schnell als Trugschluss heraus.
    
    Wie gesagt, wir waren jung und konnten unser Handeln noch nicht übersehen. Klar, die ersten Wochen nach der Geburt waren interessant. Wir als Paar konnten mit hoch erhobenem Kopf und Kinderwagen durch die Straßen wandeln und uns daran hochziehen, dass uns die Welt zu Füßen lag.
    
    Dumm, dass die Welt es anders sah und uns nicht zu Füßen lag, sondern uns damit trat.
    
    Das merkten wir schnell, denn das Kind brachte Einschränkungen mit sich, die wir auf die Dauer nicht ...
    ... einsehen wollten. Wenig Schlaf, noch weniger Geld und am schlimmsten, noch weniger Freizeit, in der man machen konnte, was man wollte. Eine explosive Mischung. Sabine konnte sich damit immer weniger abfinden und wurde mir gegenüber aggressiv. Bei dem kleinsten Anlass begann sie zu schreien und machte mich für das ganze Elend verantwortlich, in dem sie steckte. Zumindest nannte sie das so. Sie keifte mich an und verließ öfters fluchend und mehr als böse die Wohnung, ließ mich mit Christina alleine. So blieb mir nicht viel anders übrig, als mich alleine um sie zu kümmern.
    
    Um es kurz zu machen, denn ich will nicht die ganze traurige Geschichte erzählen, Sabine trennte sich von mir und zu meiner Überraschung, auch von ihrem Kind. Nach einigem hin und her bekam ich das Sorgerecht, wobei Sabine das Besuchsrecht eingeräumt wurde. Dieses nahm sie so gut wie nie in Anspruch. Wahrscheinlich hatte sich ihre Wut oder der Hass, den sie mit sich herumtrug, auf das Kind gerichtet, denn sie mache nicht nur mich für alles verantwortlich. Beide waren wir die gewesen, die ihr die Luft zum Atmen genommen hatten.
    
    Ich übernahm die Rolle von Mutter und Vater zugleich, wer sollte es sonst tun? Dabei hatte ich noch Glück im Unglück. Ich konnte meinen Arbeitgeber davon überzeugen, dass ich von Zuhause aus wesentlich besser und effektive für ihn arbeiten konnte, als sonst.
    
    Es funktionierte. Mein Arbeitgeber war mit dem Resultat, nach anfänglicher Skepsis, mehr als zufrieden und ich konnte mich um ...
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