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Kiss the Cook Kapitel 01
Datum: 08.01.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... zumal wir gerade in den ersten Schuljahren viel zusammen gelernt hatten. Selbst heute kommt sie noch zu mir, wenn sie auf Problemen herumkaute. Dann entschied sie sich dazu, studieren zu wollen und kam auf die glorreiche Idee, Germanistik zu belegen. Ich hatte nichts dagegen, fragte mich jedoch, was sie damit wollte. Klar, Lehramt, ich hätte auch selber drauf kommen können. Ich hatte mir zwar für meine Tochter etwas anders gewünscht als Lehrerin zu werden, aber wenn sie es wollte, war es in Ordnung. Ich möchte hier etwas klarstellen. Ich habe nichts gegen Lehrer, auch wenn es sich so anhört. Dann bekam ich heraus, warum Christina ausgerechnet Germanistik studieren wollte. Die Uni war um die Ecke. So konnte sie bei Papa weiterhin bequem wohnen bleiben und musste sich um nichts weiter Gedanken machen. Eigentlich hatte ich mir das anders vorgestellt. Ich hätte es gerne gesehen, wenn sie mindestens zweihundert Kilometer weiter weg studiert hätte. Damit wäre sie endlich selbstständiger geworden, aber das fiel aus . Ich wollte sie fast rausschmeißen, aber wenn sie einen mit ihren rehbraunen Augen ansah, dann konnte man ihr nichts abschlagen. Also blieb sie bei mir wohnen. Inzwischen studiert sie das X-te Semester und ich habe den Eindruck, als wenn sie für immer bei mir wohnen bleibt. Zwischendurch war sie von Germanistik auf etwas anderes gewechselt, weil es ihr besser gefiel, aber letztendlich wechselte sie zurück. Dabei gewann ich den Eindruck, ...
... dass sie gar nicht mit dem Studium fertig werden wollte. Es ging ihr auch so sehr gut. Den einzigen Vorteil der ganzen Geschichte war, dass sie öfters ihre Freundinnen mit nach Hause brachte und da war manches schnuckelige Ding bei. Besonders im Sommer erfreute es mich, wenn Christina mit einer oder mehreren ihrer Freundinnen, unsere Terrasse bevölkerte. Um es deutlich zu sagen. Ich war mitte vierzig, als Papa noch recht jung, und wenn knackige Frauen in einem Alter von mitte Zwanzig im Bikini vor deinem Fenster liegen, bin ich sicher der letzte, der nicht mal einen Blick riskiert. So kam es öfters, dass ich mich nicht auf meinen nächsten Roman konzentrieren konnte, denn das Fenster meines Arbeitszimmers ging in Richtung Terrasse. Bei all diesem war ich froh, das ich Christina gut erzogen hatte und sie nicht alles vergessen hatte. So hatte ich immer darauf bestanden, dass wenn sie Gäste mitbrachte, diese zumindest vorstellte, wenn sie das erste Mal bei uns waren. So konnte ich eine Vorauswahl treffen, ob sich ein Blick lohnte oder nicht. Nicht jede junge Frau interessierte mich, manche von ihren wollte ich nicht im Traum sehen. Aber es gab die Speziellen, auf die sich ein zweiter Blick lohnte. Eines Tages, ich werde diesen niemals vergessen, kam Christina in mein Arbeitszimmer gestürmt und hatte eine mir unbekannte Frau im Schlepptau. „Hi Paps, darf ich dir Bea vorstellen. Sie ist in meinem Germanistikkurs und möchte gerne eine Widmung von dir in eines ihrer ...