1. Die Burg Kapitel 06/07


    Datum: 08.03.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    Kapitel 6
    
    Dieses Mal ging ich zu dem zweiten Nebengebäude, welches ich als baufällig eingestuft hatte. Ich wollte es mir genauer ansehen und nahm es in Augenschein. Für die Tür brauchte ich keinen Schlüssel, sie war nicht verschlossen. Vorsichtig trat ich ein und schreckte zusammen, als sich über mir, im offenen Dachstuhl, ein paar Tauben gestört fühlten und aufflogen.
    
    Der untere Teil des Mauerwerks sah stabil aus, zwei Meter darüber, fing es an marode zu werden. Die Steine waren nicht mit derselben Sorgfalt bearbeitet und aneinandergefügt worden, wie im Mauerwerk der übrigen Burg. Außerdem erschien es mir neuer zu sein, als alles andere. Woran man erkennen konnte, dass nicht alles Alte schlechter sein musste als Neues. Hier war ein leuchtendes Beispiel dafür.
    
    Der Dachstuhl war nicht vertrauenserweckend. Ob Balken morsch waren, konnte ich von hier unten nicht sagen. Allerdings hatte ich wenig Ahnung davon. Das war der Aufgabenbereich eines Zimmermanns oder Dachdeckers, nicht meiner.
    
    Ich ging durch das Gebäude und passte dabei darauf auf, wohin ich trat. Zu viel Taubenkot hatte ich angesammelt und vereinzelnd waren Schindeln herunter gefallen, auf dem harten Boden zerschellt.
    
    Überall lagen kleine Gesteinsbrocken herum, auf denen man sich schnell den Fuß verknacksen konnte.
    
    Nachdem ich mir alles angeschaut hatte, kam ich zu dem Ergebnis, dass dieses Gebäude fast vollständig abgetragen werden müsste, um es aufzubauen, wie es gewesen war. Eine Arbeit, die ...
    ... länger dauern würde und von mir alleine nicht geschafft werden konnte. Das Dach war das Hindernis für mich.
    
    Der Tag war weit vorangeschritten und ich wollte nicht mehr mit etwas Großem anfangen. Also begab ich mich in meine provisorische Werkstatt und bereitete einiges vor. Ich sortierte das Lager, sah mir die verschiedenen Materialien genauer an, um sie den jeweiligen Zwecken zuordnen zu können, sobald ich sie brauchte. Währenddessen machte ich mir ein paar Notizen, was ich benötigte.
    
    Diese würde ich Conlin geben.
    
    Zum Schluss begutachtete ich den Raum, der für meine Unterkunft bereitstand, wenn ich es wollte. Ein großer Raum, allerdings ohne Einrichtung. Nur ein moderner Holzofen war eingebaut worden, eine Zentralheizung war nicht vorhanden. Wahrscheinlich viel zu teuer für den alten Bau und um ehrlich zu sein, nicht passend.
    
    Ich hatte in einem Haus so etwas gesehen, welches aus dem 18. Jahrhundert war. Es hatte fürchterlich ausgesehen, wie man die hässlichen Radiatoren an die Wände geklatscht hatte. Hier wären ein paar andere Möglichkeiten in Betracht gekommen. Fußbodenheizung zum Beispiel. Aber auch nur, weil das Haus wirklich bewohnt war. Wäre das nicht gegeben, bitte keine Heizung. Eben so, wie es ursprünglich gewesen ist. Kachelofen oder Herdfeuer. Mehr gab es damals nicht.
    
    Mit diesen Gedanken im Kopf, überlege ich mir, wie ich den Raum gemütlich ausstatten müsste, um hier ein halbwegs angenehmes Leben zu führen. Ich war mir sicher, dass ich monatelang an ...
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