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Die Burg Kapitel 06/07
Datum: 08.03.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... ich kannte. Nur war diese schrecklicher anzusehen. Die verzerrte Fratze der Figur, war größten Teils schwarz, aus dem weit geöffneten Mund, fuhr eine blutrote Zunge hervor. Sie streckt sich überlang heraus, wobei sie über die nadelspitzen Zähne schrammte, die sowohl aus Unter- als auch Oberkiefer wuchsen. Ebenso die Augen. Blutrote Augen starrten mich hypnotisierend an, während darüber, aus der wulstigen Stirn, zwei gedrehte Hörner wuchsen. Im Gegensatz zur Brunnenfigur, versteckte diese Gestalt sein Geschlecht nicht, sonder hielt das übergroße, steife Glied mit beiden Händen umschlossen und präsentierte die gewaltige Eichel, an deren Spitze sich eine feuerrote Flüssigkeit sammelte. Erschrocken öffnete ich meine Augen und konnte nicht verstehen, warum ich so etwas sah. Doch als ich auf den Boden blickte, konnte ich in der Mitte des Platzes, zwei dunkle Vertiefungen sehen, in der einmal die Hufe der Figur festgemacht worden sein könnten. Sie waren einen Meter tief und hätten gut als Verankerung gedient. Was mich dabei erstaunte war, dass es mir alles nicht fremd vorkam, sondern sonderbarere Weise vertraut. Es stieß mich nicht in den Maßen ab, wie es eigentlich sollte. Vielleicht auch deswegen, weil ich im Hier und Jetzt lebte und solche Bilder mich nicht mehr erschrecken konnten. Vor einigen Hundert Jahren hätte das anders ausgesehen. Inzwischen hatte ich Hunger bekommen und ich suchte mir eine Mauer aus, die in einem Stück umgestürzt war und somit eine gerade ...
... Fläche ergab. Hier öffnete ich das Tuch, welches mein Essen beinhaltete. Der Wirt übertraf sich wieder mit der Auswahl. Fünf verschiedene Sorten Hartkäse kamen zum Vorscheinen, dazu zwei unterschiedliche gut abgehangene Würste, die so hart waren, dass man damit jemanden erschlagen hätte können. Dazu kam ein halber Laib grauem, frisch riechendem Brot zum Vorscheinen, sowie eine Halbliterflasche mit einer dunklen Flüssigkeit. Diese stellte sich als einen tiefroten, schweren Wein heraus, der hervorragende zu dem Käse schmeckte. Also schnitt ich mir mit einem Messer kleine Häppchen vom Käse, sowie vom Brot ab und steckte sie mir beide genüsslich in den Mund. Es war ein Wohlgeschmack auf ihnen herumzukauen und es dann mit einem kleinen Schlückchen Wein herunterzuspülen. Während ich weiter futterte, sah ich mich um und entdeckte immer mehr Details, die ich automatisch mit der Burg von Frau Gräfin verglich. Dabei dachte ich einen Moment nach, wie sie mit Vorname hieß. Dann fiel er mir ein und ich sagte ihn mir laut vor. „Genefe, Genefe!" Ein schöner Name. Wenn er auch alt klang, passte er zu ihr. Er hatte einen weichen Klang, zumindest wenn man ihn aussprach, wie ich es tat. Mit Conlin war es nicht viel anders. Auch diesen Namen hatte ich zuvor nie gehört, passte aber genauso zu ihm und der Burg, wie Genefe. Weiter kaute ich auf meinem Brot herum und genoss es an diesem Ort zu sein. Immerhin herrschte eine Totenstille. Aber vielleicht kam es auch daher, dass es ...