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Die Burg Kapitel 06/07
Datum: 08.03.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... diesem Ort Arbeit finden würde. Später ging ich zu Conlin rüber, den ich über ein Buch gebeugt vorfand. Ich gab ihm meine Liste von benötigten Gegenständen und sagte ihm, dass ich mir am nächsten Tag einen freien Tag nehmen würde. Ich wollte die Umgebung erkunden. Conlin nahm die Liste entgegen, überflog sie kurz, nickte mit dem Kopf und versenkte sich in sein Buch. So konnte man es auch machen. Wozu sprechen. Ich verließ die Burg in Richtung Herberge und freute mich schon auf das gute Essen. Im Gasthaus angekommen, kam mir sogleich ein vertrauter Geruch entgegen. Über dem Feuer hing ein großer Kupferkessel und mir lief das Wasser im Munde zusammen. Es gab einen Eintopf. Eigentlich nichts Besonderes und es wird kaum jemand verstehen, wenn ich sage, dass ich es mancher Delikatesse vorziehe. Hier war es ein dicker, sämiger Linseneintopf, in dem der Löffel stehen blieb. Frisches Suppengemüse war verwendet worden und die Möhre darin mit leichtem Biss. Darin verarbeitet Rindfleischwürfel, die so zart und faserig waren, dass man sie mit der Zunge am Gaumen zerdrücken konnte und kleine Knochenmarkklößchen. Alles fein abgeschmeckt mit einem geschmackvollen Essig. Dazu wurden gebutterter Toast und ein dunkles Bier gereicht. Was wollte man mehr. Ein ehrliches, gutbürgerliches Essen ohne Schnörkel. Genauso wie ich es liebte. Ansonsten gab es an diesem Abend nichts Besonderes. Selbst in der Nacht passierte, zu meiner Verwunderung, nichts. Ich schlief wie ein ...
... Murmeltier und erwachte am nächsten Morgen frisch und ausgeruht. Ich hatte mir vorgenommen, die Ruine der anderen Burg zu besichtigen. Sie war nicht weit weg und ich würde sie innerhalb einer Stunde oder etwas mehr erreichen. Es interessierte mich einfach, wie sie aufgebaut war, um sie mit der, der Frau Gräfin zu vergleichen. Auch wenn ich kein Experte auf dem Gebiet war, konnte ich sie in ihrer Bauart unterscheiden. Ich frühstückte nicht, mit vollem Magen zu wandern, war nicht gut. Aber ich ließ mir von dem Wirt was einpacken, damit ich unterwegs, etwas zu mir nehmen konnte. Er ließ es fertigmachen und ich bekam es, in einem Tuch eingeschlagen, überreicht. Ein Stecken hindurch gesteckt und schon konnte ich es, wie ein Wandersmann, vor vielen Jahrhunderten, über die Schulter hängen. Das Wetter schien gut zu werden. Noch lag etwas Dunst als leichter Schleier über dem Boden und es war frischt. Doch nach wenigen Hundert Metern, wurde mir durch das Laufen wärmer und es machte Spaß, mit weit ausholenden Schritten dem Ziel näher zu kommen. Dabei war es nicht einfach, zu finden. Ich musste durch unberührten Wald, denn kein Weg kreuzte meine Route. Nur hier und da etwas, was man als einen Wildwechsel einstufen konnte, sonst nichts. Überhaupt wurden Anzeichen von Leben weniger, je näher ich der Ruine kam. Nach zwei Stunden, dachte ich, dass ich da sein müsste, aber da ich die Mauern nicht sehen konnte, entschied ich mich dazu, einen Berg hochzusteigen, um sie von oben ausmachen ...