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Die Burg Kapitel 06/07
Datum: 08.03.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... zu können. Als ich sie endlich sah, war ich darüber erstaunt, wie weit sie weg waren. Es kam daher, dass man im unwegsamen Gelände länger brauchte, um ans Ziel zu kommen. Oftmals musste ich umgestürzten Bäumen ausweichen oder umständlich über sie klettern. Das kostete Zeit. Doch jetzt hatte ich einen Anhaltspunkt und eine Richtung. Wenn ich diese einhielt, konnte ich mein Ziel nicht verfehlen. Hatte ich zumindest gedacht, wäre aber beinahe daran vorbeigelaufen, denn das Unterholz war so dicht geworden, dass man nicht mehr weit sehen konnte. Überall hatten sich Brombeeren und anderes Gebüsch zusammengetan, dass ein Durchkommen fast nicht mehr möglich war. Doch dann sah ich etwas weiter weg einen Teil der Wehrmauer aufragen und schaffte es, ohne mir viele Schrammen zu holen, bis zu ihr hin. Es war ein trauriger Anblick, denn es war eines der am besten erhaltenen Fragmente und ragte wie ein mahnender Finger in die Höhe. Der Rest der Mauer war nicht mehr halb so hoch, oder in sich zusammengebrochen. Wobei auffiel, dass fast alle Steine nach innen gedrückt worden waren. Vor der Mauer, lagen wenige. Zuerst umrundete ich die Ruine. Es war auch hier nicht einfach, da das überall wuchernde Gestrüpp mich nicht durchlassen wollte. Aber ich schaffte es und kam zu dem Schluss, dass dieses Überreste einer Burg sein mussten, die im Grundriss gleich groß gewesen war, wie die von Frau Gräfin. Erst jetzt betrat ich den mit Trümmern übersäten Innenhof. Hier wuchs zu ...
... meinem Erstaunen nicht ein Grashalm. Nur ein paar abgestorbene Blätter lagen in den wenigen dunkeln Winkeln, die sich zwischen den Gesteinsbrocken gesammelt hatten. Alles in allem ein öde anmutender Ort. Was dazu kam, war die Tatsache, dass es hier vollkommen still war. Hatte ich zuvor im Wald ein paar Vogelstimmen gehört, hörte man hier nur die eigenen Schritte oder wenn man stehen blieb, den eigenen Atem. Selbst der Wind war eingeschlafen und ich vernahm nicht einmal das Rauschen des Windes, in den Wipfeln der Bäume, die um die Ruine herum standen. Von den eigentlichen Wohngebäuden, war nicht mehr viel übrig geblieben. Hier und da standen halbhohe Mauern und zeugten davon, wie es hier einmal ausgesehen haben musste. Wenn ich meine Augen zumachte, konnte ich es deutlich vor mir sehen und ich war fast darüber erschreckt, wie es sich mir zeigte. Es war kein verwaschenes Bild, wie ich sie oft sah, sondern es zeigten sich Einzelheiten, die ich sonst niemals gesehen hätte. Sogar Farben konnte ich erkennen, die sich zu Bildern zusammensetzten, die auf mich eine verschreckend, zugleich faszinierende Wirkung hatten. In der Mitte des zentralen Platzes der Burg, stand eine schwarze, große Figur, die ich in meinen Gedanken umrunden musste. Schon von hinten hatte ich erkennen können, dass es eine Figur war, wie ich sie bereits ähnlich gesehen hatte, nur um einiges größer. Als ich sie von vorne sah, bestätigte sich dies. Es zeigte einen Dämon oder Teufel wie die Brunnenfigur, die ...