1. Die Burg Kapitel 06/07


    Datum: 08.03.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... warm war und die Sonne ihre hellen Strahlen zur Erde schickte.
    
    Kapitel 7
    
    Plötzlich zuckte ich zusammen. Hinter mir knackte ein Zweig. In der Stille, klang es wie ein Pistolenschuss. Langsam drehte ich mich um. Wenn es zum Beispiel ein größeres Tier sein sollte, wollte ich es nicht verschrecken. Doch es war kein Tier.
    
    Ein paar Meter weiter, am Rand des Waldes, sah ich eine junge Frau entlang gehen, die ihren Kopf so gesenkt hatte, dass sie vor ihre Füße schauen konnte. Dabei hatte sie ein langes Kleid an, was mit dem Saum über den Boden schleifte. Dazu trug sie eine Haarkappe, unter der sich seitlich lange, gelockte, haselnussbraune Haare hervorkräuselten. In ihrer einen Hand trug sie einen Weidenkorb und in der anderen ein kurzes Messer.
    
    Sie schien etwas zu suchen, und wenn sie über einen Baumstamm stieg, blieb sie mit dem Rock hängen. Dann konnte man sehen, dass sie schwarze, halbhohe Schnürschuhe trug.
    
    Etwa auf meiner Höhe, ging sie in die Knie und schnitt etwas am Boden ab. Da es hinter einem Stein verborgen war, konnte ich leider nicht sehen, was. Erst als sie sich erhob, erkannte ich einen Pilz, den sie abgeschnitten hatte und jetzt betrachtete. Da sie dabei ihren Kopf hob, konnte sie mich, aus dem Augenwinkel, auf der Mauer sitzen sehen.
    
    Während sie den Pilz in ihren Korb legte, drehte sie Ihren Kopf in meine Richtung und sah mich leicht verwirrt, aber zugleich neugierig an.
    
    „Hallo!", sagte ich, als ich mir sicher war, dass sie mich entdeckt hatte, ...
    ... und winkte ihr zu.
    
    Man konnte ihr ansehen, dass sie weder mit mir noch mit jemandem anderen gerechnet hatte. Sie drehte sich einmal um und es kam mir vor, als wenn sie nachschaute, ob ich jemanden anderes gemeint haben könnte, der hinter ihr stand. Da sie aber niemanden entdeckte, drehte sie sich zurück und winkte mir ebenfalls halbherzig zu. Dazu hob sie einmal vorsichtig ihre Hand. Dann kam sie auf mich zu.
    
    „Seid gegrüßt junger Herr!", meinte sie und stand wenige Sekunden später vor mir, „Ich sehe, dass ihr auf meinem Lieblingsplatz sitzt. Würde es euch etwas ausmachen, wenn ich mich mit zu euch setze? Meine Füße sind schwer und ich könnte eine Rast gebrauchen!"
    
    Ich lud sie mit seitlich schwenkenden Armen ein, ebenfalls Platz zu nehmen.
    
    „Kann ich dir etwas anbieten? Sagst du mir deinen Namen?", waren meine Fragen. Mir war zwar ihr seltsamer Sprachgebrauch aufgefallen, aber da Conlin und Genefe fast genauso sprachen, dachte ich mir nichts dabei.
    
    „Mein Name ist Brid. Findet ihr es hier nicht ebenfalls wunderbar? Ich liebe diesen Platz. Es ist schön ruhig hier und ich ruhe hier gerne eine Weile aus. Das Sammeln von Pilzen ist anstrengend und da kommt eine Rast gelegen."
    
    Ich nickte und bot ihr von meinen mitgebrachten Köstlichkeiten an, doch sie schüttelte mit dem Kopf und sah mir dabei zu, wie ich selber etwas nahm und langsam, mit Genuss, darauf herumkaute.
    
    Da fiel mir auf ein, dass ich unfreundlich gewesen war und mich nicht vorgestellt hatte.
    
    „Jens ...
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