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Die Mitte des Universums Ch. 049
Datum: 08.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byBenGarland
49. Kapitel -- Frau Nguyet kümmert sich um das WiFi Ich war froh, dass Nguyet meinem Plan, es einmal an unserer alten Schule zu machen, wo wir beide ein paar Jahre lang gearbeitet hatten, zugestimmt hatte. Ursprünglich hatten wir als Sprachschule nur zwei benachbarte Wohnhäuser gemietet gehabt, die zu einer Art Schule umgedeutet worden waren, aber ein Jahr nachdem ich hier in unserer Kleinstadt angefangen hatte, ließ unsere Chefin ein richtiges Schulgebäude bauen, in dessen linkem Flügel die Lehrerwohnungen waren. Mittlerweile fand der meiste Unterricht allerdings in einem noch neueren und größeren Gebäude um die Ecke, ca. 200 Meter entfernt, statt. Nguyet gefiel vielleicht die Abwechslung, einmal an einem ungewöhnlichen Ort Sex zu haben oder auch der Kitzel des Tabubruchs, aber für mich war es mehr: Ich hatte mich jahrelang gegrämt, damals Nguyet nicht einmal ein Kompliment gemacht oder sie zärtlich berührt zu haben, als wir oben im fünften Stock, wo ich unterrichtete, einmal für eine Viertelstunde allein gewesen waren. Diese Chance hatte ich vertan, und sie würde nie wiederkommen, hatte ich gedacht. Nun hatten wir uns verabredet, das Verpasste doch noch nachzuholen, und die Gefühle, die ich damals für sie empfand, kehrten langsam in mein Bewusstsein zurück. An Sex hatte ich in dem Moment gar nicht unbedingt gedacht, aber, wie gesagt, mich dann jahrelang geärgert, nicht den Mut aufgebracht zu haben, ihr ein paar sinnliche Worte zuzuflüstern oder gar sie zärtlich zu ...
... berühren. Nun hatten wir beschlossen, am 20. November, dem vietnamesischen Tag des Lehrers, die Szene noch einmal nachzustellen, weil an dem Tag keine Schüler und nur wenige Lehrer dort sein würden. Wir hatten ungefähr achtzehn oder zwanzig nicht-vietnamesische Lehrer, von denen die Hälfte von den Philippinen waren. Über die letzten vier Jahren an der ersten Schule nachdenkend, kam mir wieder die eine wunderschöne Praktikantin in den Sinn, über die ich auch oft fantasiert hatte. Da auch an unserer zweiten Schule eine Menge Lehrerwohnungen waren, waren hier an der alten schon lange immer mal Zimmer frei, die ich gern einmal für ein amouröses Abenteuer während der Arbeitszeit genutzt hätte. Doch war es äußerst unwahrscheinlich, dass sich von meinen derzeitigen Kolleginnen eine zu Derartigem hinreißen ließ. Ob Nguyet heute vorschlagen würde, dass wir in eine nicht bewohnte Lehrerwohnung gehen? Nguyet und ich hatten uns ein paarmal hin und her geschrieben, um die ganze Sache heute zu planen, damit wir, wenn wir uns vorher in einem Café treffen würden, einige Details schon geklärt hatten. Letztlich war unser Plan, uns wie damals, bevor unserer Affäre, zu fühlen und zu verhalten. Nguyet war zu dem Zeitpunkt, vor vier Jahren, noch Jungfrau gewesen und hatte meine Avancen mehrmals abgelehnt gehabt. Heute würden wir uns als Liebhaber oben auf dem Gang für unser erstes Rollenspiel begegnen. Wir trafen uns also zunächst in einem Café unweit der Schule. Wie vorher abgesprochen, ...