1. Die Mitte des Universums Ch. 049


    Datum: 08.04.2023, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byBenGarland

    ... mal für eine schöne Stunde oben in meinem Zimmer vorbeikommen kannst'."
    
    „Schön hat sie das gesagt, irgendwie," erwiderte ich. „Mir hat sie übrigens seitdem nicht wieder geschrieben."
    
    „Nee? Ich denke trotzdem, dass ihr das wirklich wichtig ist." Nach einer Pause fügte Nguyet noch an: „Ich bin froh, dass wir letztens nicht zu mir nach Hause, sondern ins Musterhaus gegangen sind. Das war richtig schön, fand ich. Ben, ich weiß nicht, wie wir das machen: Wir können sie ja nicht einladen, uns beim Vögeln zuzusehen ..."
    
    „Von mir aus kann sie uns schon stillschweigend durch den Türspalt beobachten," ließ ich Nguyet noch einmal wissen. „Aber, stimmt, ich kann mir irgendwie schlecht vorstellen, zu Dir nach Hause zum ‚Schauficken' zu kommen. Ich habe übrigens noch den Verdacht, dass es nicht dabei bleiben würde. Irgendwann hebt sie ihr Kleid hoch und verlangt, dass ich in sie einfahren soll."
    
    „Ach, Ben, Du nun wieder. Dazu ist meine Mutter zu konservativ," lachte Nguyet. „Außerdem ist sie wohl schon in ihrer Menopause."
    
    „Na, und? Ihr Sexualtrieb hört doch deswegen nicht auf. Und die Konservativen die sind letztlich die schärfsten, glaube mir," erwiderte ich. „Sie hat ihr ganzes Leben lang ihre Sexualität unterdrückt, und sie hat uns schon an die zehnmal beim Sex belauscht. Vielleicht masturbiert sie draußen vor Deiner Schlafzimmertür, während wir vögeln."
    
    „Ach, Ben, das will ich mir gar nicht vorstellen," gab Nguyet zu. „Vergiss mal meine Mutter wieder! Na, komm, wir ...
    ... fahren erstmal zur Schule!" schlug sie schon fast hastig vor.
    
    Wir bezahlten und schwangen uns auf unsere Motorräder. Ich mochte, wie züchtig sich Nguyet bereits im Café gegeben hatte. Sie hatte ihre Knie zusammengepresst, wie sie es damals vor vier Jahren gemacht hätte, und mit keiner Silbe oder Geste sinnliche Begierde auch nur angedeutet. Auf dem Weg hielt ich an, um Zigaretten zu kaufen, auch, weil ich wollte, dass sie vor mir an der Schule war. Als ich anlangte, war ihr Moped über der Straße geparkt, dort, wo es immer gestanden hatte, und sie hatte offenbar schon den Hausmeister gefunden, der uns nun das Tor aufschloss.
    
    Der Mann war klein und schmächtig und vielleicht 64. Er trank gern Bier, und so gab ich ihm 20.000 Dong, damit er sich in dem kleinen Laden an der Ecke zwei Bier kaufen konnte. Immerhin war heute Feiertag. Nguyet ging gleich nach rechts in das Zimmer der Direktorin, dessen Tür offenstand, da nichts mehr Wichtiges drin war, weil das eigentliche Büro mittlerweile drüben an der neuen Schule war. Als ich in das alte Direktorzimmer trat, stand sie vor einem Regal und sah sich ein Buch an. Ich stellte mich neben sie und fragte Nguyet, ob sie kurz nach oben in den fünften Stock kommen könnte, da das WiFi schon wieder schwächelte, obwohl wir angeblich für die schnellste Übertragungsrate bezahlten.
    
    „Herr Ben, ich habe gerade zu tun, aber ich werde versuchen, in zehn oder fünfzehn Minuten oben zu sein. Bitte gedulden Sie sich etwas!" entgegnete sie leicht ...
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