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Eigentlich wollte sie nur . . .
Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... große Augen, als sie den Trecker aus der Scheune holte. Einen Fendt Vario 200 mit einem Slicer 260 Mähwerk hätte er nicht erwartet. Nicht dass der Traktor zu groß gewesen wäre, aber er war modern und mit vielen Extras ausgestattet. Marlies deutete auf den kleinen Sitz an ihrer linken Seite und Robert nahm neugierig Platz. „Wie groß ist denn eure Wiese?", wollte er wissen. „Eine? Wir haben mehrere und das ist fast zu viel für den Kleinen", lachte Marlies. „Das Mähen dauert fast eine Stunde und dann muss ich heute Nachmittag noch zweimal mit dem Twister wenden. Hoffentlich bleibt es die Woche trocken, dann kann ich . . . , sag mal gilt dein Angebot mit der Hilfe noch?" Robert nickte zustimmend. „Also wenn das Wetter so schön und warm bleibt, dann können wir übermorgen das Heu zu Ballen pressen und einlagern", sagte sie erleichtert. „Wieso hast du dann gestern mit dem Holzrechen gearbeitet, wenn du so modernes Gerät hast?" „Wegen der paar Quadratmeter vor dem Haus lasse ich den Trecker noch nicht einmal an, das Saubermachen danach dauert ja länger als das Mähen. Für so was haben wir einen kleinen Aufsitzmäher. Aber wenn ich daran denke, dass man das früher alles mit der Hand gemacht hat, dann krieg ich schon Schwielen an den Händen. So, Rob, jetzt pass gut auf, damit du morgen den Schlepper selber mal fahren kannst." Robert schaute sie überrascht an. „Ich soll den Traktor fahren?" „Warum nicht? Wer wollte mir denn helfen? Keine Angst, es ist nicht ...
... so schwer, wie es aussieht." Sie startete den Motor und legte die Vorwärtsstufe des Variogetriebes ein. Das TMS ( Traktor Managing System ) regelte den Drehzahlbereich selbständig und der Fendt fuhr sanft an. „Und wo ist der Schalthebel?", fragte er Marlies etwas ratlos. Sie lachte. „Das ist nicht wie bei deinem Capri, Rob, das ist eine Automatik. Vorwärts, neutral, rückwärts und sonst nichts. Du must nur fahren, entweder mit dem Pedal oder mit dem Fahrhebel. Das ist schließlich kein Lanz oder Hürlimann." Sie waren an der Wiese angekommen und Robert erkannte nun, wie groß sie war. Marlies lies dir 96 Pferde galoppieren und donnerte mit mindestens 20 Sachen über die Wiese. Und wo sie drüberfuhr, leistete das Mähwerk ganze Arbeit. Es ging immer leicht bergauf oder bergab, aber die Elektronik des Treckers regelte die Leistungsabgabe automatisch und nach etwas mehr als einer Stunde war das hohe Gras platt gemacht. Wie es Marlies vorhergesagt hatte. Robert holte die leeren Milchkannen von der Landstraße und spritze sie gründlich aus. Zum Trocknen stellte stellte er sie kopfüber auf zwei lange Stangen, damit sie nicht den Boden berührten. Marlies hatte den Vario vor die Scheune gefahren und war schon dabei, das Mittagessen vorzubereiten. Robert ging leise zur Küchentür und schaute ihr von dort aus zu. Und je länger er schaute, desto mehr wurde ihm bewusst, dass er sich in sie verliebt hatte. Er konnte sich gut vorstellen, mit ihr hier zu leben und vielleicht ...