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Eigentlich wollte sie nur . . .
Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... sogar Landwirt zu werden. Dann schüttelte er resigniert den Kopf. Das würde bestimmt niemals geschehen, denn sie war ja verheiratet. Und ob ein Tausch ihrerseits ihr Vorteil wäre, da war er sich nicht sicher. Ganz und gar nicht. Eine Wolke wunderbaren Aromas zog zu ihm hin und tapezierte seine Schleimhäute. Er schnupperte verzückt und sein Magen begann zu knurren und zwar so laut, dass sie es auch hörte und sich lachend zu ihm umdrehte. „Wie ich höre, magst du Gulasch und Knödel", stellte sie fest, ging zu ihm und umarmte ihn. Er zog sie an sich und küsste sie auf die Nasenspitze. „Wenn ich nicht gleich was zu Essen kriege, mein Schatz, dann muss ich ein wenig an dir herum knabbern, um meinen Appetit zu stillen", meinte er mit Schalk und Verlangen in seinen Augen. „Uuuuh, der böse Mann will mich unschuldiges Landei auffressen. Nix da, Nachtisch gibt es erst später. Es dauert noch ein wenig. Wenn du willst kannst du inzwischen die Hühner füttern, ihnen frisches Wasser geben und die Eier mitbringen. Da steht eine Schüssel, die kannst du nehmen." Marlies schaute ihn frech an und streckte ihm die Zunge heraus. „Da sprach sie zu dem Knecht, mach hin, sonst geht´s dir schlecht", brummte Robert und schob die Unterlippe vor. „Immer auf die Kleinen!" Marlies griff seinen Kopf mit beiden Händen und küsste ihn derart, dass ihm leicht schwindelig wurde. „Ein kleiner Vorgeschmack auf heute Abend, mein liebster Freund und Helfer. Aber jetzt muss ich wieder an ...
... den Herd, bevor alles anbrennt." Also trollte sich Robert in freudiger Erwartung, fütterte die Hühner, drohte dem Hahn, der ihm den Zugriff auf die Eier streitig machen wollte mit dem Drehspieß des Grills und brachte eine ganze Schüssel voll Eier mit. * Nach dem Mittagessen saßen sie beide noch für einen Kaffee auf der Terrasse. Durch Roberts Hilfe war die Arbeit des Vormittags so schnell erledigt, dass dafür Zeit war. Marlies lehnte sich an und und wirkte entspannt. „Fährst du nachher noch mit raus zum Wenden?", wollte sie wissen. „Natürlich, ich will dir genau zusehen, wie man das Ding fährt und es heute Abend vielleicht selbst mal probieren." Sie schaute ihn überrascht an. „Du fährst aber mit, denn alleine traue ich mir das noch nicht zu." Marlies nickte zustimmend, dann räumten sie das Geschirr weg und beide bauten den Twister an den Traktor. Mit seinen 6 Kreiseln konnten sie fast 6 Meter auf einmal wenden. Robert passte genau auf, wie sie die Maschine bediente und als sie nach einer Stunde fertig waren, war er sich sicher, dass er das auch schaffen würde. Nicht so routiniert und souverän wie Marlies, aber ohne gröbere Fehler. „Willst du heute wieder fotografieren?", fragte sie ihn, als sie wieder auf dem Hof waren. „Wenn es dir nichts ausmacht?" „Nein, aber ich würde gerne wieder dabei sein und muss dir den Weg zur Schlagsäge zeigen." Robert stimmte erfreut zu und dann machten sie sich auf den Weg. Beim Fahren hielten sie sich an der Hand ...