1. Eigentlich wollte sie nur . . .


    Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54

    ... schlafen. Für Marlies hatte er Verständnis, denn sie schief ja auch erst seit drei Stunden.
    
    Aber die Anderen?
    
    Nee, keine Spur.
    
    Robert machte sich an die Arbeit, die inzwischen schon zur Gewohnheit geworden war.
    
    Die Milch lief durch die Anlage in den Kühltank.
    
    Zwischen dem Melken der einzelnen Kühe füllte er frisches Futter auf. Heute brauchte er die Milch nicht in die großen Kannen abfüllen, denn Sonntags wurden sie nicht geholt.
    
    Er nahm sich eine Gerte, öffnete die hintere Stalltür und die Kühe setzten sich ohne viel Aufwand in Bewegung. Sie wußten, wo ihre Weide war. Er trieb sie aber auf die Wiese daneben, da dort das Gras noch hoch und fett war und die andere Weide ein paar Tage der Schonung gut gebrauchen konnte.
    
    Er ging zurück ins Haus, wo inzwischen schon Leben herrschte. Marlies stand in der Küche und schnitt Brot. Auf dem Ofen blubberten die Frühstückseier und die Kaffeemaschine röchelte leise vor sich hin.
    
    Was sah sein Schatz gut aus. Mit verstrubbelten Haaren und schmalen Augen sah sie zu ihm hin und ein strahlendes Lächeln lies ihr Gesicht aufleuchten. Sie lockte ihn mit ihrem Finger und als er vor ihr stand, packte sie ihn an seinem Hemd und zog ihn zu sich. Ein langer und zärtlicher Kuss wurde abrupt vom Schellen der Eieruhr unterbrochen.
    
    Marlies nahm den Topf und schreckte die Eier mit kaltem Wasser ab.
    
    Robert lachte und meinte: „Einfach nur reinschauen langt nicht?"
    
    Und dann begann eine muntere kleine Jagd um den ...
    ... Küchentisch. Robert vornweg und Marlies mit wildem Gesicht und fuchtelndem Kochlöffel hinter ihm her.
    
    Als sie ihn fast erreicht hatte, hielt er plötzlich inne, drehte sich um und hielt eine sich windende und keuchende Frau in seinen Armen.
    
    „Lass mich los, du Schuft. Soll das vielleicht heißen, ich kann mit meinem Gesicht die Eier abschrecken? Häh!?"
    
    „Das habe ich nie behauptet, denn das erste, in das ich mich bei dir verliebt habe, war doch dein Gesicht. Verstaubt, voller Grasreste und verschwitzt, aber wunderschön. Da hat es mich gepackt und nicht wieder losgelassen."
    
    Marlies entspannte sich und lehnte sich an Robert.
    
    „Und bei dir war es dein Blick, so wie du mich angeschaut hast. Dieser Blick ist mir durch und durch gegangen. Ich sehe dich immer noch, wie du mich nach dem Weg zur Schlachtersäge gefragt hast und ich wusste, da will ich mit. Robert, du hast mich behandelt wie eine Frau, die begehrt und geliebt wird. Du hast mein Selbstbewusstsein in unendliche Höhen gehoben und ich weiß jetzt, dass ich keine graue Maus oder eine gehorsame Magd bin. Und das will ich dir zeigen, solange du noch da bist und ich will dir all das geben, was ich dir geben kann. Ich habe mich in dich verliebt, Robert und wenn der Hof und meine Familie nicht wären, würde ich alles hinschmeißen, um mit dir zusammen sein zu können."
    
    „Genießen wir die Zeit, die wir noch zusammen haben, Marli, denn die kann uns dann niemand mehr nehmen. Sag mal, es ist so ruhig im Haus, schlafen die noch ...
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