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Eigentlich wollte sie nur . . .
Datum: 18.04.2023, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byarne54
... oft erschöpft und abgespannt, manchmal auch reizbar. Aber jetzt schien sie wie umgewandelt. Sie schminkte sich wieder, achtete auf ihr Äußeres und bemutterte Robert geradezu. Ihr kam der Verdacht, dass da vielleicht mehr war als . . .? Aber nein, das war absurd. In ihren Augen war ihre Mutter eine schon ältere Frau, die der Sonnenseite des Lebens nichts mehr abgewinnen konnte. Und es schien ihr kaum vorstellbar, dass ein Mann wie Robert, der nicht einmal auf ihre offensichtlichen Reize ansprang, dass gerade dieser Mann ihrer Mutter den Hof machen könnte? Lächerlich! Sie wischte diesen Gedanken fort. Niemals! In der Nacht kam Marlies wieder zu Robert, aber die nachmittäglichen Exzesse hatten sie so ausgelaugt, dass sie nur noch eng umschlungen dalagen und sich mit Küssen und kleinen Streicheleinheiten verwöhnten. Aber gerade das war etwas, was sie nur noch einander näher brachte. * Alltag Montagmorgen und seine zweite Woche bei Marlies auf dem Hof begann. Er hatte sich inzwischen angewöhnt, mit den Hühnern aufzustehen, versorgte nach dem Frühstück mit Marlies die Kühe, während Vera und Werner etwas länger sitzen blieben. Die beiden würden um die Mittagszeit zur Arbeit fahren und erst am frühen Morgen des nächsten Tages zurückkommen. Marlies gab Robert den Schlüssel für den Traktor. Es musste eine andere Wiese gemäht werden. Sie bauten den Slicer an und Robert fuhr los. Marlies blieb auf dem Hof um die ausstehenden Schreibarbeiten zu machen, Dünger ...
... zu bestellen und die Abrechnung für die Molkerei zu berechnen. Robert hatte beim Mähen richtig Spaß. Er fand sich immer besser mit den ungewohnten Maschinen zurecht und das Treckerfahren war mit den elektronischen Hilfsmitteln schon fast ein Kinderspiel. Zwei Stunden später war die Wiese gemäht; sie war ein ganzes Stück größer als die erste. Er baute das Mähgerät ab und säuberte es mir dem Hochdruckreiniger. Er schaute im Gemüsegarten bei Marlies vorbei, aber da Werner auf der Terrasse war, um seine Druckpläne durchzuschauen, redeten beide recht neutral miteinander und freuten sich schon auf den Nachmittag. * Nach dem Mittagessen fuhren Vera und Werner in die Stadt zum Arbeiten. Kaum waren sie vom Hof, da lagen sich Marlies und Robert in den Armen, als hätten sie sich wochenlang nicht gesehen. Sie luden die Kameraausrüstung in den Ford und fuhren zur Albtalmühle nach Görwihl. Nach einigen Verhandlungen mit dem Besitzer bekamen sie eine Führung außer der Reihe, da die Mühle normalerweise nur vormittags geöffnet hatte. Aber als die Fotos dann geschossen waren und der Eigentümer sie sah und die Gewissheit hatte, dass mindestens eines davon im Bauernkalender erscheinen würde, da herrschte große Freude und Marlies und Robert wurden noch auf eine Brotzeit eingeladen. Dann zeigte Marlies ihrem Liebsten ihre Lieblingsstelle, von der sie einen wunderschönen Ausblick über das Rheintal bis nach Basel und Frankreich hatten. Sie lagen auf einer sonnigen Wiese am ...