1. Grober Sand 06


    Datum: 02.05.2023, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byLoreleyColter

    ... erschrocken mit der Hand über meinen Bizeps und halte plötzlich eine abgebrochene Kanüle zwischen den Fingern.
    
    Das andere Ende der Spritze hat der Colonel in der Hand. Er lächelt nur. „Genießen Sie die nächsten Stunden, Sergeant." Mit einem Stoß vor die Brust befördert er mich in die Zelle und reißt die Tür zu. Durch das Gitter grinst er mich zähnefletschend an. Was zur Hölle ...
    
    Feuer schießt durch jede Vene meines Körpers. Heißes, alles verzehrendes Adrenalin flutet mein Gehirn und ich werfe mich gegen die Wand. Schmerz. Angst. Wut. Alles auf einmal.
    
    Ich hechte gegen die Stäbe und versuche, nach ihm zu greifen, aber er weicht nur höhnisch lachend einen Schritt zurück. Ich hasse ihn. Ich will ihn umbringen, ihm den Hals umdrehen, seine Wirbel brechen hören ....
    
    Er verschwindet nach draußen und ich kralle ins Leere. Mein Kopf ist nur noch angefüllt mit Aggression und ich habe das Gefühl, in diesem Moment selbst den Stahl des Gitters zerreißen zu können.
    
    Dann überlagert der Schmerz alles. Ich gehe fast in die Knie, meine Haut brennt, ich löse mich in einzelne Moleküle auf. Nichts existiert mehr außer Qual und Kälte, Hitze, ich kann mein Skelett fühlen.
    
    Ich falle. Schlage auf dem Boden auf und werde ruhig. Sterbe. Wache wieder auf und sterbe erneut. Alles wird schwarz.
    
    Als ich in die Realität zurückgerissen werde, ist meine Existenz auf einen einzigen Körperteil reduziert. Es tut weh. UNGLAUBLICH WEH.
    
    Nur ein Weg, den Schmerz zu beenden ... Sie ist ...
    ... da, sie wird sich nicht wehren. Ich muss ... NEIN!
    
    Doch, es geht nicht anders .... Oder, ... nein, was? Komm schon ... so schwer ist es doch nicht. Du willst es doch, du musst ihn nur reinstecken. Aber es ist FALSCH! Rnggngnnnn ...
    
    Nein. Nicht hier, nicht jetzt. Niemals.
    
    Aber ich muss ... Es tut so weh ... Sie kniet vor mir.
    
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    Der Sergeant liegt hinter mir am Boden. Regungslos. Minutenlang höre ich nur seinen keuchenden Atem. Dann scharren seine Stiefel über den Boden.
    
    Jetzt kann ich ihn sehen. Krämpfe schießen durch seine Muskeln, als er vor mir auf die Knie sackt. Die Pupillen sind so sehr geweitet, dass seine Iris komplett schwarz erscheint. Er starrt ins Leere, seine Hände schließen sich zu Fäusten. Er kauert, bewegt sich nicht mehr, nur die Brust hebt und senkt sich unter gequälten Atemzügen.
    
    Dann sieht er mich an. Seine Lippen öffnen sich und die schwarzen Augen bohren sich in mein Gesicht. Er schüttelt den Kopf, versucht zu sprechen, doch es dringt nur ein unartikulierter Laut hervor. Sein Körper gehorcht ihm nicht, er will sich auf die Beine stemmen, taumelt rückwärts, fällt wieder und schiebt sich von mir weg. Ich beobachte ihn gebannt, wie er verzweifelt mit seinen Gliedmaßen kämpft. Er kriecht in die Ecke und zieht die Beine an den Körper. Fährt sich mit den Händen über den kahl rasierten Kopf und krallt sich die Finger in den Nacken.
    
    Was der Colonel ihm auch gespritzt hat, es verwandelt ihn in etwas, das einem Tier ...
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