1. Grober Sand 06


    Datum: 02.05.2023, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byLoreleyColter

    ... ähnlicher ist als einem Mann.
    
    Nach einer Weile, in der er nur zuckend und keuchend in sich zusammengefaltet dort sitzt, legen sich die Krämpfe und er wird ruhiger. Jetzt fokussiert er mich mit den Dämonenaugen. Er steht auf, und ich würde mich gern ganz klein machen. Aber ich kann nur den Kopf einziehen und hoffen. Darauf, dass die Drogen plötzlich aufhören zu wirken. Oder dass er die Erektion vergisst, die sich überdeutlich unter seiner getarnten Hose abzeichnet. Oder dass ein Mörser mitten in der Zelle einschlägt.
    
    Er umrundet mich und bleibt hinter mir stehen. Ich höre nicht, dass er sich mir nähert, aber das Warten macht mich wahnsinnig. Tu es doch endlich. Ich bin es leid, zu schmoren. TU ES!
    
    Er wird sich nicht zurückhalten können. Das Mittel hat ihn in eine Bestie verwandelt. Jeden Moment spüre ich seinen Schwanz zwischen ...
    
    Nein. Ein metallisches Klappern. Es hört sich an wie Handschellen. Was, bitte, WAS will er denn jetzt noch an mir fesseln, ich bin doch schon wehrlos!
    
    Er kommt wieder in Sicht. Benommen hangelt er sich an den Gitterstäben entlang, bis er zurück in der Ecke angelangt ist. Er lässt sich fallen, es klingt schmerzhaft, wie sein Rücken gegen das Metall prallt, bevor er ...
    
    Ich muss mich wirklich konzentrieren, um zu verstehen, was er gerade tut. Er kauert sich zusammen, sein ganzer Körper krümmt sich vor Schmerz, vor Geilheit, vor ungezügeltem Trieb. Aber sein Arm funktioniert in einer kontrollierten Art und Weise, die mich in Erstaunen ...
    ... versetzt. Mit aller Kraft, die er sammeln kann, mit dem letzten Funken Verstand legt er sich die Fessel um das Handgelenk und hebt es an die Querstrebe, hievt die zweite Hand nach oben und schließt die Handschelle um den Gitterstab. Mit einem leisen Klimpern landet der Schlüssel irgendwo in der Wachstube.
    
    Ich starre ihn an. Er starrt zurück. In seinem Blick liegt ein Ausdruck von ... Verzweiflung. Er hat in diesem Augenblick schon vergessen, warum er sich selbst gefesselt hat, warum er sich diese Gelegenheit versagt hat.
    
    Er springt auf, wird zurückgerissen vom eigenen Arm. Die freie Hand greift in meine Richtung, aber er erreicht mich nicht.
    
    Ich könnte ihn gerade küssen. Danke, danke, Soldat.
    
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    Die Zeit rinnt in unendlicher, quälender Langsamkeit an mir herunter. In meinem Kopf pochen die Sekunden, sammeln sich in meinem Schoß und bauen Druck auf. Es tut so weh ...
    
    Ich kann nicht mehr. Mein Körper reißt an dem Metall, das sich knirschend und mahlend um noch mehr Metall ringt.
    
    Was habe ich mir nur dabei gedacht?
    
    Sie sieht mir zu, wie ich mich hin- und herwinde. Verhöhnt mich mit ihrer Ausdruckslosigkeit. Ich könnte sie mit einer Hand zu Staub ... nein. Eigentlich will ich ihr nur meinen harten Schwanz in den Leib treiben, mich in ihr ergießen und dann ... OH GOTT. Wieso ... Wieso tut es so weh ...?
    
    Es hört nicht auf. Ist dies das Fegefeuer? Habe ich so viel falsch gemacht? Ein kühler Lufthauch weht über mich. Bones lächelt ...
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