1. Helene


    Datum: 06.05.2023, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: bySkifahrer

    ... ist schlank, wenn auch nicht so eine „Gazelle" wie Ana, alles in allem jedenfalls eine attraktive Frau.
    
    „Hast du von Tung gehört, wie geht's ihm"?
    
    „Er arbeitet, und ansonsten macht er sich Sorgen", antwortet sie, „um die Situation insgesamt, um seine alten Eltern und natürlich auch um mich. Dabei ist Letzteres ja nun wirklich überflüssig."
    
    „Stimmt schon, was soll uns hier im Home-Office auch groß passieren?", antworte ich.
    
    „Naja, man könnte sich zu Tode langweilen, die Gefahr besteht", lachte sie. „Auch wenn ich etwas zu tun habe. Aber zu Hause kann ich mich so schlecht disziplinieren, es ist echt eine Krux."
    
    „Gibt ja Bücher", wende ich ein.
    
    „Oh nein, ich muss doch eh so viel lesen", seufzt Helene.
    
    „Du könntest Netflix leergucken", lache ich, „so wie ich!"
    
    „Und was ist mit Ana, wie geht's ihr?"
    
    „Ihre Eltern leben zum Glück in einer Gegend, die nicht ganz so drastisch von Corona betroffen ist, aber Sorgen hat sie natürlich auch. Und sie kommt da gerade nicht weg, selbst wenn sie wollte."
    
    „Oh je, na Hauptsache, ihr und ihrer Familie geht's gut. Dann also auf uns Strohwitwer und Strohwitwen", prostete Helene mir mit ihrer Teetasse zu.
    
    Dann wird sie aber wieder ernster. „Man ist schon ganz schön allein gerade", sinniert sie und lässt ihren Blick über die Dächer schweifen. „Geht mir auch so", stimme ich zu, bevor mir etwas einfällt. „Hättest du vielleicht Lust, heute Abend gemeinsam mit mir zu essen?" Und nach einer kurzen Pause: „Ich koche ...
    ... auch!"
    
    Sie schaut mich an und strahlt, ihre blaue Augen blitzen mich an. „Super Idee, ich bringe Wein mit!"
    
    „Irgendwelche Vorlieben, was das Essen angeht?"
    
    „Hm, nö. Ich bin keine Vegetarierin, esse aber auch gern mal fleischlos. Oder Fisch. Oder Hühnchen." Und schickt dann noch lachend hinterher: „Also, ich bin leicht zu verführen, zu allem!"
    
    Ich entscheide mal, diese letzte Anmerkung ausschließlich kulinarisch zu interpretieren. Natürlich aber triggert so etwas bei einem Mann. Vor allem dann, wenn die Frau, die es ausspricht, so gut aussieht wie Helene, selbst im Bademantel. Und wenn sie alleine ist und vielleicht ein bisschen ausgehungert, nicht nur kulinarisch. Und ganz besonders dann, wenn es mir genauso geht.
    
    Insofern freue ich mich auf diesen Abend. Weil ich ihn sicher in angenehmer Begleitung verbringen werde, und weil vielleicht ja noch mehr passiert als nur ein gemeinsames Dinner.
    
    Wir verabredeten uns für halb acht. Eine Stunde vorher begann ich zu schnippeln. Ich hatte mir ein Thaigericht ausgesucht, mit ein bisschen Fleisch, mit im Wok angebratenen Gemüse, mit Salat. Scharf, aber nicht zu scharf. Wasser war kaltgestellt, auf ihren Wein war ich gespannt.
    
    Helene kam pünktlich, mit zwei Flaschen Weißen im Arm -- „Ich hatte gerochen, dass es Thai wird, da passt Roter nicht so gut" -- stand sie in der Tür. Ihr Lächeln strahlte so stark, dass ihre Sommersprossen zu tanzen schienen auf ihre Nase.
    
    „Mach's dir bequem, ich brauche noch ein bisschen", sagte ...
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