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Helene
Datum: 06.05.2023, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: bySkifahrer
... ich und fügte hinzu: „Den Ausblick kennst du ja leider schon." „Darf ich mich ein bisschen in euren Bücherregalen umsehen?" „Gerne", lächelte ich sei an und fragte mich, an welcher Art Literatur sie wohl hängen bleiben würde. Und hoffentlich übersieht sie den Teil des Regales, den Ana und ich die „schweinische Ecke" nennen. Was nicht der Fall ist, typisch, irgendwie landen alle unsere Gäste immer dort. Helene auch, sie fischt sich Anaïs Nin raus, „Das Delta der Venus". Na super, jetzt wird sie mich für einen Pornografen erster Güte halten (dabei ist es Literatur!). Ich widme mich wieder dem Essen und tue so, als sei mir die Wahl ihrer Lektüre nicht aufgefallen, beobachtete Helene aber aus dem Augenwinkel und betrachtete sie immer dann etwas genauer, wenn sie mir den Rücken zudrehte, um in dem Buch zu blättern. Ihre schlanken Beine steckten in einer engen Jeans, die auch ihren Knackarsch gut betonten, und unter einem dünnen Wollpullover zeichneten sich offenbar wohl geformte Brüste ab. Es ist mir zuvor nie so aufgefallen, aber Helene ist wirklich attraktiv, oder besser: echt sexy. Vielleicht fällt es mir auch deshalb ins Auge, weil ich selbst seit nun schon mehr als drei Wochen keine Frau mehr gefühlt habe, keine andere Haut gespürt, keinen Geruch geschnuppert. Weil ich seit längerem also schon keinen Sex mehr hatte. Außer hin und wieder mal mit mir selbst, aber das zählt nicht. Und dann auch noch dieses Buch. Aber sie sagt nur: „Heißer Stoff, so was dürfte ich bei ...
... Tung nicht rumstehen haben", und stellt den Band wieder an seine Stelle. Aus der Audioanlage dudelt ein Formatradio. Was mir ein bisschen peinlich ist. Ich gebe ja nicht unbedingt den kulturaffinen Bildungsbürger, aber eine ausgefallenere Musik wäre vielleicht doch etwas interessanter gewesen als „die besten Hits der 80er, 90er und von heute". Und dann fangen diese dauergutgelaunten Moderatoren auch noch an zu plappern. Mit Anrufern und zum Thema: Wie gehen Singles eigentlich mit dieser Situation um, niemanden mehr treffen zu können. Und keinen Sex zu haben. Ich erröte umgehend. „Äh, ich glaube ich mach mal Musik auf Spotify an", stottere ich. „Och nee, lass mal", gibt Helene schnell zurück, „ist doch gar nicht so uninteressant. Irgendwie betrifft es ja uns alle." „Spricht da jetzt die angehende Psychologin?" „Nee, die unverschuldet unterversorgte Frau!" Ich schaue jetzt ganz konzentriert auf die Chilischoten, jedes kleinste Kernchen pule ich mit einem Messer heraus. Aber ich komme mit der Ablenkungsmasche nicht durch. „Oder ist das für dich kein Thema", fragt sie mit Unschuldsblick. „Äh, ja, nein, weiß nicht", stottere ich in dem vollen Bewusstsein, mich in diesem Moment als erwachsener Mann vor einer erwachsenen Frau zum Vollhorst zu machen. „Trinken wir schon mal einen Schluck", rettet Helene die Situation fürs Erste. Greift zu Korkenzieher und Flasche, füllt schnell die Gläser und drückt mir eins in die Hand. Täuscht das, oder steht sie jetzt sehr nahe ...