1. Kapitel 3: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm


    Datum: 05.05.2024, Kategorien: Sonstige, Autor: cowriter11

    ... Maus, warum lachst Du nicht? Hast Du den Witz eben nicht verstanden?"
    
    "Aber wie, ich wußte nicht... Du hast nie was gesagt....." "Natürlich nicht. Du warst zehn! Was, bitteschön, hätte ich wohl sagen sollen? Vielleicht so: 'Hey, Süße, nimm doch mal diese Tupperware hier, und scheiß' mir da rein, viel, wenn's geht, ich will das verkaufen!' Dir wäre doch das Blech weggeflogen!" "Ich raff' es nicht....." "Ja, das war ja damals auch nicht so wichtig, aber vielleicht erinnerst Du Dich doch noch.
    
    Wir mußten mal drei Wochen lang auf den Klempner warten. Ich gab Dir immer einen Müllbeutel aufs Klo mit?" "Ja, ich weiß wieder! Die Spülung war hin." "Nein, war sie nicht, mein Schatz!" "Kann nicht wahr sein! Du hast das gleiche gemacht, wie ich heute bei Greta!" "Blitzmerkerin, kleine! Gott sei Dank warst Du damals noch nicht so geschickt wie heute, sonst hättest Du es gleich rausgefunden! Und als die Installateurnummer nicht mehr glaubwürdig war, was hab' ich dann gemacht?"
    
    "Jetzt versteh' ich es! Du hast damals gesagt, wir müßten eisern sparen, wo's geht, also auch beim Wasser, und ich sollte nie runterlassen, weil Du dann auch noch müßtest, und Du würdest daß dann mit einmal spülen erledigen! Also, ehrlich gesagt ist mir das damals schon ein wenig seltsam vorgekommen!"
    
    "Egal, mein Schatz, aber es hat funktioniert, und so konntest Du mir helfen, dringenden Bedarf zu decken! Schau mal, was soll's, unsere Scheiße stank zwar, aber das Geld, daß ich dafür bekam, nicht. Glaub ...
    ... mir, wir hatten es bitter nötig, und weil es dann so gut lief, konnte ich auch Deine Großeltern aus der Pflicht nehmen. Ich sagte denen, ich hätte einen mittelgroßen Lottogewinn gemacht."
    
    "Mann! Mutti, Du bist vielleicht eine wilde Hummel! Reißt Frauen auf, und vertickst unsere Kacke! Aber weißt Du, was? Mir geht's jetzt schon viel besser." "Das ist fein, Maus. Und um die Sache jetzt mal abzuschließen. Was die Kacke betrifft, gibt es in Deiner Kindheit keine entsprechenden Ereignisse, ich wüßte natürlich davon. Es sei denn, Du hättest ähnliches erlebt, wie ich auf dem Plumpsklo?" "Nein Mutti, hab ich nicht." "Ok, dann ist das mit Gretas Haufen heute wohl nur passiert, weil Du über den Umweg des Höschen Schnüffelns auf die braune Fährte gekommen bist. Und dann warst Du halt mal neugierig, wie es so wäre, direkt daran zu riechen, es anzugreifen und zu kosten.
    
    Ich hatte damals ja mit einigen meiner Kunden, darunter auch eine Frau, interessante Briefwechsel! Sie war um die 50, lesbisch, Ihre Freundin war gestorben, beide hatten die gleiche Neigung. Und sie lebten sie auch regelmäßig aus. Beide waren weder dominant noch devot, verbanden also die Scheiße nicht mit Erniedrigung, wie es viele andere aber schon tun. Sie schrieb sinngemäß etwa:
    
    Die Scheiße eines geliebten Menschen wäre nicht ekelig. Sie zu fühlen, zu riechen, in den Mund zu nehmen, wäre eigentlich der extremste Liebesbeweis. Es wäre irgendwie so, als würde man den gesamten Menschen mit allen Sinnen gemeinsam in ...