Hinter Klostermauern 03
Datum: 29.12.2018,
Kategorien:
Nicht festgelegt,
Autor: byBrillenschlumpf
... lebende Beweis, dass er sehr wohl ein richtiger Mann ist!" „Ach dein Papa, das ist doch was ganz anderes."
Und es musste natürlich erörtert werden, was ein lutherischer Pastor und ein katholischer Bischof wohl gemeinsam hätten. Es lief darauf hinaus, das der Bischof das Internat und die Schule nicht beurteilen könnte, weil er eben kein Mann wäre. Esther stand mit ihrer Meinung er wäre ein Mann und wollte doch nur das Beste ziemlich alleine da. „Wir würden dir ja gerne glauben!" grinste Flo. „Aber es wäre halt zu beweisen, dass er ein Mann ist. Wenn du uns das beweisen kannst, aber das kannst du natürlich nicht!" Dass Esther das natürlich nicht auf sich sitzen lassen konnte ist ja ganz klar und so verabredeten sie, wie der Beweis aus zu sehen habe.
Deswegen ging Esther, ganz entgegen ihren Gewohnheiten zur Beichte. Dabei war sie überzeugt, aus hehren Motiven zu handeln. Flo und die anderen fanden es war einfach ein toller Schabernack, den sie sowohl der keuschen Esther wie dem Bischof spielten. Esther hatte was zu beweisen und sie würde sich wohl mächtig ins Zeug legen, obwohl sie peinlich berührt war. Würde es ihr gelingen mit ihrer erfundenen Unkeuschheit den Bischof so zu reizen, dass man seine Erregung sehen konnte? Oh ja die arme Esther kam mächtig ins Schwitzen.
Sie hatten verabredet, dass Esther als Letzte gehen sollte, denn wenn dann der Bischof aus dem Beichtstuhl kam, müsste es zu sehen sein, ob er ein Mann wäre.
Je näher Esther dem Beichtstuhl kam, desto ...
... widerstreitendere Gefühle rasten durch ihre Hirnwindungen. Da war einerseits der pure Neid. Ein ganz hässliches Gefühl, aber ja sie neidete den Katholiken die Möglichkeit der Beichte. Lutherische beichten ja nicht, haben somit auch nicht die Möglichkeit den ganzen Seelenmüll irgendwo ab zu laden bei einem der es vielleicht zwar nicht versteht, aber der zuhört. Sie nahm sich vor mit ihrem Papa drüber zu reden. Oder musste man sich nur intensiv genug vorstellen, dass der Schöpfer selber einem zuhörte? Und wie vielen musste er wohl gleichzeitig zuhören? Der Bischof im Beichtstuhl der da wartete, war nur für einen Menschen mit seinen Sorgen zuständig. Welch wunderbare Möglichkeit die ein Luther seinen Anhängern verwehrt hatte.
Ein anderes Gefühl das Esther beschlich war Schuld. Was erdreistete sie, die kleine Schülerin, sich, die noch nicht mal zur Glaubensgemeinschaft des Bischofs gehörte, ihn auf zu suchen mit dem Ziel ihn bloß zu stellen? Auf ein Bloßstellen lief es letztlich doch hinaus oder? Und dann beschlich sie noch etwas, das sie noch nie gefühlt hatte. Sie sollte sich geistig entblößen, vor einem Mann alle Scheu und Scham beiseitelassen und frei von Sex reden. Immer stärker zweifelte sie daran, dass sie das könnte. Sex war so und so nicht ihres, und dann es ausbreiten? Es war so demütigend und gerade deswegen so wundervoll. Musste sie es ausbreiten? Was wäre denn wenn sie in den Beichtstuhl trat und gestand, dass sie die Versucherin war? Was würde der Bischof sagen? ...