1. Hinter Klostermauern 03


    Datum: 29.12.2018, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byBrillenschlumpf

    ... verbunden mit den verabreichten Schlägen, oh welche Freude würde es ihm sein, diesen herrlichen Arsch zu verhauen, waren ihm eine kleine Entschädigung für den vorzeitigen Rückzug der Schwester. Blieb zu überlegen, wie er es ihr klar machen sollte, dass er sich durchaus eine ausgedehntere Strafe vorstellen mochte. Na ja sie hatte immerhin, obwohl er es ihr ausdrücklich untersagt hatte, hingesehen.
    
    Abigail entsorgte die Ausscheidung des Bischofs und ließ sich nicht mehr blicken. Er verrichtete noch ein Gebet im Angesicht der wunderbaren Natur und legte sich dann nieder um von der Reise aus zu ruhen.
    
    Am späteren Nachmittag spazierte der Bischof durch die Gänge der Schule. Sollte er bei der Oberin vorbei schauen? Zu besprechen gab es ja nicht wirklich was. Und nach dem Essen war Abendandacht. Er hatte versprochen daran teil zu nehmen, was ihm, nachdem er sich am Nachmittag ausgeschlafen hatte, nicht schwer fallen sollte. Er schaute dann doch noch bei der Oberin vorbei. Sie bat ihn, doch dem Pfarrer zu helfen die Beichte ab zu nehmen, da er nun mal schon da war. Er versprach es, war ja verständlich wenn die Schülerinnen die Anwesenheit eines Bischofs ausnützen wollten.
    
    Bischof Gabriel war rechtzeitig in der Kirche. Er versammelte sich kniete vor dem Altar nieder und betete. Er bat seinen Herrn um Geduld, damit er bei der Beichte nicht einschlafe, denn er dachte sich was würden die Gänschen wohl zu beichten haben. Wohl immer das Gleiche. Neid auf das Aussehen der Anderen, ...
    ... Missgunst, vielleicht einmal ein kleinerer Diebstahl und ganz viele verbotene Gedanken. Und der gute Bischof bat um Demut, damit er sich nicht zu sehr entrüsten möge über die Schlechtigkeit der Welt. Und er bat auch ganz innbrünstig um ein Zeichenseines Herrn, damit er erkennen könnte, dass das was er im Namen der Kirche und für den Ruf des Internats unternahm richtig und notwendig war. Weiters bat er ganz dringend um Gelassenheit, denn es hatte ihn bereits die Schwester Abigail sehr erregt und es ging ja wirklich nicht an, dass er... „Oh Herr, so befreie mich denn von den Gelüsten des Fleisches." betete er. Dass seine Strenge und Disziplin, seine Hinwendung zur Züchtigung, auch sehr stark mit den Gelüsten des Fleisches zusammenhing, machte der Bischof sich dabei nicht klar. Er glaubte durch Strafe und Schmerzen das abtöten zu können was das Seelenheil seiner Schäflein gefährdete. Nie wäre er auf den Gedanken gekommen, dass das genaue Gegenteil der Fall sein könnte, oder dass sein Seelenheil gefährdet sein könnte, wenn er die Rute oder Peitsche schwang. Und doch war es so.
    
    So sehr der Bischof auch betete, das Bildnis des Gekreuzigten am Altar schwieg, was wohl daran gelegen haben mag, dass Bischof Gabriel da auf den Knien im Staub lag und nicht ein Don Camillo. Gisbert, der ehemalige Graf war auch grad in der Kirche, er sah den Bischof und grinste fies. Solche Sorgen und Nöte hatte er nicht gekannt. Er hatte sich immer genommen, was er wollte. Und er hatte es ziemlich fies ...
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