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Geliebter Dämon 15: Das Alte Böse
Datum: 09.01.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byPhiroEpsilon
... doch schon beim dritten Wort fuhr ein weiterer Tentakel in meinen Mund, und verwandelte den Rest des Satzes in Stöhnen. "Du wirst schon bald bereit sein", grollte es, und noch mehr Tentakel kamen, umschlossen mich, drangen in mich ein, bis ich das Gefühl hatte, es würde mich zerreißen. Und dann merkte, dass das Ding auch eine Aura hatte. Mit einem Schlag wand ich mich in den Fängen eines Orgasmus wie ich ihn noch nicht erlebt hatte. Und, genau wie es die Succuba mit mir getan hatte, begann er meine Energie aus mir zu ziehen. Doch dann versteiften sich die Tentakel, die mich hielten, der dunkelrote Malstrom erschien, und seine Energie strömte auf mich ein. Mein Körper sog sie auf, als wäre ich am Verdursten. "Nimm meine Energie. Lass dich füllen mit meinen Kräften. Werde mein Gefäß, das mich in dieser Ebene hält. Ha, ha, ha!" Ich hatte gelernt, dem Feedback zu widerstehen. Ich versuchte, meinen Orgasmus zu dämpfen, die Energie nicht aufzunehmen, die in mich eindrang. Doch er war um vieles stärker als ich. Wie hatte Lutz nur glauben können, ich würde gegen so etwas bestehen können? Die Tentakel, die mich festhielten und durchbohrten, begannen zu zucken, als wollten sie meine Seele aus mir herausreißen. Ich wehrte mich dagegen mit all meinen körperlichen und geistigen Kräften, doch sie gaben nicht nach. Mehr noch, meine Schmerzen wurden immer stärker, stellten die Lust meines Orgasmus in den Schatten. Ich hatte das Gefühl als ob meine Arme und Beine ...
... ausgerissen würden. Mit einem Knacks durchschoss mich ein Stich — mein linker Oberschenkel war gebrochen. Wenigstens hatte ich jetzt eine Sache, wo ich etwas tun konnte. Ich konzentrierte mich auf meine Heilgabe, und schickte die weiße, kühlende Energie in mein Bein. Im selben Moment zuckte der Tentakel um meinen Oberschenkel zurück. Ich blickte nach unten. Schwarzer Rauch stieg auf als hätte ich ihn verbrannt. Neue Hoffnung durchfuhr mich. Statt weiter die Energie zu blockieren, die mich von Azathoth erreichte, nahm ich sie auf, wandelte sie — irgendwie — um und schickte sie in Richtung des Körpers des Dämonenfürsten. "Aaargh!", schrie er auf. "Hure, was machst du." Ich würdigte ihn keiner Antwort, sondern badete ihn in dem weißen Licht. Die Tentakel waren jetzt in voller Aufruhr, statt eines Meeres an Würmern sahen sie jetzt aus wie ein Wald, der in einen Tornado geraten war. Sie schlugen umher, peitschten gegen die Wände. Diejenige die mich hielten, schwankte hin und her, brachten mich näher an Azathoths Körper. Ein Loch erschien darin. Ein Maul. Wollte er mich etwa fressen? Seine Schreie wurden lauter, und höher, er kreischte wie eine gebrochene Dampfleitung. Doch die Nähe bot mir die Gelegenheit, meine Kraft noch stärker auf ihn zu konzentrieren. Auch hier stieg schwarzer Rauch auf, gefolgt von einer schwarzen, schleimigen Flüssigkeit, die aus Löchern spritzte, die in seiner Haut entstanden. Die Tentakel, die mich hielten, peitschten zurück, weg von ihm ...