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Ein Leben in Bedrangnis 10
Datum: 03.02.2021, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byachterlaub
... Erstaunt bemerkte ich, dass nur männliche Gäste anwesend waren. Doch Achim lachte nur und sagte, dass er uns extra eine Stunde früher eingeladen habe. Wir hätten so Gelegenheit uns einzustimmen. Und dann erschienen tatsächlich die weiblichen Gäste. Insgesamt zählte ich acht Mädchen und Frauen im Alter von siebzehn bis Mitte vierzig. Das war typisch Achim. Er war immer von einem Haufen junger Weiber umgeben. Und man konnte sicher gehen, dass er mit jeder von ihnen ein Verhältnis gehabt hatte. Was das Ganze so erstaunlich machte, war dass zwischen ihnen selten Eifersucht aufkam. Achim hatte ein besonderes Geschick. Er besaß wohl das nötige Fingerspitzengefühl, die anderen nicht spüren zu lassen, wer seine aktuelle Favoritin sei. Ein Grund war sicher, dass er keine Eifersucht kannte. Auch wenn er gerade ein festes Verhältnis hatte, wurde die junge Frau nicht eingeengt und durfte sich herausnehmen, was Achim recht war. Ich fand vor allem die bunte Mischung von Frauen interessant. Die jüngste war noch Schülerin und bereitete sich gerade auf das Abitur vor. Und die älteste war verheiratet und hatte zwei Kinder. Von Beruf arbeitete sie erfolgreich in einer Werbeagentur. Es war in der Tat beeindruckend, welche Bandbreite Achim anzusprechen verstand. Wer sich vorstellte, dieses Geburtstagsfest sei als reine Sexparty oder gar als Orgie mit Rudelbumsen geplant gewesen, der wäre sicher enttäuscht gewesen. Natürlich hatte Achim Rückzugsmöglichkeiten vorgesehen. Für jeden ...
... seiner männlichen Gäste stand ein eigenes Schlafzimmer zur Verfügung, zwei weitere für weibliche Gäste, denen der Weg nach Hause zu beschwerlich war. Nach dem obligatorischen Grillen machten wir es uns im Wohnzimmer gemütlich. Achim hatte von einem Partyservice noch einige Leckereien, kleine Häppchen auf Toast, Salate und verschiedene Süßspeisen bringen lassen. Die Damen waren inzwischen etwas angeschickert. Aber man soll nicht glauben, dass diese ausgelassene Stimmung vornehmlich oder gar ausschließlich zum Austausch von Intimitäten geführt hätte. Nur die oben beschriebene Mitarbeiterin einer Werbeagentur legte es offensichtlich darauf an. Denn ich habe sie allein zweimal gesehen, wie sie frisch geduscht das im oberen Stock gelegene Bad verließ. Das Schulmädchen hatte gleich erklärt, dass bei ihr nichts laufe, weil sie ihre Tage habe. Und da war noch eine andere Frau mit Namen Ortrud, die ganz offensichtlich nur tanzen und quatschen wollte. Ihr Erscheinungsbild war etwas exotisch. Sie erschien von dichten bunten Gewändern umhüllt. Ich dachte zunächst, sie sei eine Öko-Tussie, bis sie mir berichtete, dass sie seit Jahren als Entwicklungshelferin in verschiedenen Staaten Afrikas tätig sei. Ihr Aufgabe sei die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser. Sie hat mir dann noch zu erklären versucht, wie man sich dort bestimmte geologische Eigenschaften zu Nutze mache, um ohne Pumpen Wasser fördern zu können. Dabei schlenderte sie am Büffet auf und ab, griff wahllos nach den ...