1. Karibik (4)


    Datum: 29.04.2021, Kategorien: Kunst, Autor: Anonym

    ... geschnitten! Bist du etwa ihre jüngere Schwester? Einen kleinen Bruder hat sie, das weiß ich ja, aber von einer Schwester hat sie mir nie etwas gesagt. Wartet mal, ich gebe euch jetzt mal was zu hören, da werdet ihr gleich merken, was ich meine…“
    
    Dann holt er seinen großen Koffer, sucht einen Moment darin herum und bringt dann so einen kleinen schwarzen Kassettenrecorder zum Vorschein, wie ich ihn mir nie leisten konnte. Zu teuer, damals in Deutschland. Dann sucht er eine Kassette heraus und legt sie ein. „Passt auf, gleich werdet ihr sie hören. Jedes Mal kriege ich eine Gänsehaut, wenn ich diese Stimme höre.“
    
    Was wir dann zu hören kriegen, klingt so: (hier etwas moderner, und mit Film)
    
    http://www.myvideo.de/watch/6660396/Gianna_Nannini_Bello_E_Impossibile_1986
    
    Wir lauschen andächtig, obwohl uns der rockige harte Klang noch ein wenig ungewohnt ist. Aber da liegt schon eine Kraft drin, in dieser Stimme, olala!!
    
    Auch muss ich zugeben, dass der Klang ihrer Stimme der meinigen ziemlich ähnelt, wenn ich mal laut werde. Singen kann ich aber leider nicht. Und ich soll dieser kleinen energischen Frau so ähnlich sein? Wie aus dem Gesicht geschnitten? Verrückt! Heute ist der Tag der Überraschungen.
    
    Erst verwandele ich mich aus einer blassen Wikingertochter in eine monegassische kastanienbraune Vandalentochter mit Bronzehaut und jetzt habe ich auf einmal auch noch eine toskanische Verwandte. Wo und mit wem hat sich mein Vater da bloß so herumgetrieben? George ...
    ... himmelt mich immer noch an und die arme Renee kriegt so traurige Augen, dass sie mir jetzt wirklich sehr leid tut. Sie zupft sich jetzt schon eine Weile unentschlossen an ihrem Slip herum. Ob sie sich gerade überlegt, ihn auszuziehen? Aber gegen eine solche alte Verehrung kann sie nicht ankämpfen, nicht einmal mit ihren Mangobrüsten. Ich muss ihr jetzt helfen. Ich weiß auch schon wie.
    
    „Sag doch einmal, George, du scheinst diese Gianna Nannini ja persönlich zu kennen? Ist sie denn nicht bei dir geblieben? Wo ist sie denn jetzt und was hast du noch mit ihr zu tun?“
    
    „Ach Desiree! Oder soll ich auch Demmi sagen? Na, egal. Weißt du, sie war damals nämlich auch bei uns Revoluzzern und ist mit uns auf die Straße gegangen. Damals hatte sie gerade mit ihrem Musikstudium angefangen. Da war sie auch noch nicht berühmt und bekannt, wie heute.
    
    Sie hatte was gegen diese Mafia-Millionäre und ihre Morde und ihre Korruption. Dagegen hat sie mit uns gekämpft. Wir haben uns geliebt. Ich war in sie so was von verknallt, dass ich eigentlich alles nur für sie getan habe. Dann habe ich aber wahrscheinlich einen großen Fehler gemacht. Ich habe ihr von der Sache mit Onassis erzählt und ihr die Hälfte von meinem Geld angeboten. Ich war auch noch mächtig stolz auf mich. Doch sie hat mir einfach Eine geknallt und mich gefragt, ob ich jetzt auch so ein Mafia-Millionärs-Arschloch werden wolle und dass sie nicht zu kaufen sei, schon gar nicht mit Erpressungsmillionen. Danach habe ich sie nur noch im ...