1. Spielt diese Geschichte wirklich im 19.Jahrhundert? Ist sie wahr oder erfunden?


    Datum: 10.07.2021, Kategorien: Sonstige, Autor: Weltensegler

    ... wünschte ich mir für immer mehr, mit ihm zusammenzubleiben. Selbst ein Kind wünschte ich mir in diesem Moment.
    
    Hätte ich mich doch bloß gleich als Frau zu erkennen gegeben.
    
    Inzwischen stand die Sonne auf ihrem höchsten Punkt. Für heute ist Schluss, meinte Heiner da. Ich suche mir nur alles zusammen, was ich zum Bogenbauen brauche. Wenn du willst, kannst du ja schon eine Wurzelsuppe kochen.
    
    Gerne, antwortete ich. Ich ziehe mir nur noch meine Kleider an, dann koche ich.
    
    Das wirst du schön lassen, bekam ich zur Antwort. 1. sind die viel zu schmutzig und 2, viel zu eng.
    
    Heute kannst du noch machen, wie du es willst. Ab morgen laufen wir, solange es warm ist, nackt herum. Wir müssen unsere Kleidung schonen. Es kann ja plötzlich kalt werden. Dann brauchen wir sie ganz dringend.
    
    Am liebsten wäre ich da schon wieder weggelaufen. Nur wo sollte ich ganz alleine hin?
    
    Ich machte mich daran, eine Suppe zu kochen. Bald kam Heiner dann schon mit einigen Stöcken und etwas, was wie Seile aussah.
    
    Hier habe ich alles. Da kann ich später etwas daraus machen.
    
    Nun gab es Essen. Plötzlich meinte Heiner schon wieder: Hätte ich doch bloß eine Frau hier, dann könnte ich sie in den Arm nehmen und ganz lieb küssen und streicheln. Na, ja, vielleicht leben hier auf der Insel ja noch mehr Menschen, dann such ich mir eine Frau aus.
    
    Nein! Schrie ich ganz laut. Das darfst du nicht. Warum das denn nicht fragte er da? Weil ich dann überflüssig bin, stotterte ich.
    
    Möchtest du ...
    ... nicht, dass ich glücklich werde? Doch ganz bestimmt, wünsche ich dir das.
    
    Dann ist ja alles in Ordnung.
    
    So ging es noch eine Weile hin und her. Bis zum dunkel werden, hatte er seinen Bogen und auch 5 Pfeile fertig. Er meinte dann jedoch: heute ist es zu dunkel, um den Bogen auszuprobieren.
    
    Wir legen uns lieber wieder hin.
    
    Ich möchte mich aber vorher waschen, antwortete ich darauf. Dann lauf zu dem kleinen Rinnsal. Das ist Süßwasser, hier ist es Salzwasser und das taugt nicht zum Waschen. Wenn du das nimmst, wird es dich überall jucken.
    
    Das tut es jetzt schon, hätte ich am liebsten geantwortet. Zwischen meinen Beinen ist es ganz nass und juckt trotzdem. Schnell bin ich weg, zu dem Rinnsal. Wenn ich noch länger gewartet hätte, würde ich mich doch verraten.
    
    Das Wasser war zwar verdammt kalt und doch fühlte ich mich sofort viel wohler. Im Wasser konnte ich mein Spiegelbild sehen. Wie sah ich nur aus. Braungebrannt wie ein Neger. Die Haare waren auch ein ordentliches Stück gewachsen. Ganz blond waren sie durch die Sonne gebleicht. Leider habe ich nichts gefunden, womit sich sie dunkler machen könnte. Also los, machte ich mir Mut. Die Stimme hat mir doch versprochen, dass ich alles schaffe, wenn ich es nur wirklich will. In diesem Moment blitzte es wieder ganz hell auf. Nur einmal, also kein Gewitter. Passt da etwa immer noch jemand auf mich auf, fragte ich mich?
    
    Es musste wohl so sein. Mit viel mehr Mut ging ich zu unserem Lagerplatz zurück.
    
    Heiner war schon ...
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