1. Sünde, Schuld und Strafe


    Datum: 02.11.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byDingo666

    ... Adelbert sah ihr mit offenem Mund zu. Die Kette bildete exakt den V-Ausschnitt nach, und der Diamant glitzerte genau am Ansatz ihres Busens. Die schwellenden Formen wurden dadurch noch betont.
    
    Aber warum sah sie plötzlich so niedergeschlagen aus? Warum seufzte sie so tief? Warum ließ sie den Kopf hängen?
    
    „Adelbert", murmelte sie, ohne ihn anzusehen. „Das ist eine tolle Kette. Aber ich glaube, ich muss dir was gestehen..."
    
    Nein, ganz falsch! Das lief in die verkehrte Richtung, das spürte er genau. Die quirlige, fröhlich-nervöse Stimmung war weg, wie abgesaugt. Er rang die Hände. Was sollte er nur tun?
    
    In diesem Moment meldet sich das Handy, das auf ihrem Schreibtisch lag. Dreimal summte es vor sich hin und rüttelte ein paar Zentimeter über die Platte. Diana reagierte nicht.
    
    Er fragte: „Willst... willst du nicht drangehen?"
    
    Sie holte tief Atem. Dann drehte sie sich zu ihm um und lächelte warm.
    
    „Ach was. Das ist sicher nichts Wichtiges."
    
    ***
    
    Verdammt! Was ist denn mit mir los? Um ein Haar hätte ich Adelbert alles gebeichtet und ihn nach Hause geschickt! Warum muss der Idiot mir auch so ein Geschenk machen?
    
    Der Anruf, das waren Lucy und Antje gewesen. Das Konzert war zu Ende, sie saßen jetzt im Auto und rasten zu ihrer „Rettung" herbei. Der Gedanke an ihre Komplizinnen brachte Diana zur Besinnung. Nicht auszudenken, was die beiden sagen oder denken würden, wenn sie den von Plan ruinierte, den sie so sorgfältig ausgetüftelt hatten.
    
    Außerdem -- ...
    ... sie war Adelbert nichts schuldig, oder? Sollte er ihr doch diesen Klunker schenken, wenn er unbedingt wollte! Hübsch war der Stein jedenfalls. Und später, bei dem Drama, auf das sie zusteuerten, würde ein so offensichtlich übertriebenes Geschenk ebenfalls gegen ihn sprechen.
    
    Das schlechte Gewissen ließ den Groll, den sie seit Tagen hegte, erst recht in ihrer Brust hoch wallen. Das fühlte sich an wie heiße Säure. Nein -- sie zog das jetzt durch, koste es, was es wolle!
    
    „Adelbert. Das ist soo schön. Vielen lieben Dank für das fantastische Geschenk."
    
    Sie warf sich an ihn und schlang ihm die Arme um den Hals, drückte ihm einen dicken Kuss auf die Lippen. Er wurde stocksteif, als hätte ein Elektroschock ihn getroffen und alle Muskeln auf einmal verkrampft. Seine Hände legten sich so hölzern auf ihren Rücken, dass sie an Pinocchio denken musste. Das wohlig-vertraute Gefühl von Macht und Manipulation, das dies in ihr auslöste, spülte die letzten Reste ihrer Gewissensbisse hinweg.
    
    „Adelbert. Findest du mich eigentlich hübsch?", flüsterte sie ihm mit einem gewaltigen Augenaufschlag zu. „Findest du mich begehrenswert? Meinen Körper?"
    
    „Hchrrrgghh.."
    
    Sanft nahm sie ihn an einem Handgelenk, und legte seine Hand auf ihre linke Brust. Adelbert quollen die Augen aus dem Kopf, er keuchte.
    
    „Hier. Ich bin ganz aufgeregt. Kannst du spüren, wie schnell mein Herz schlägt?"
    
    Die Art, wie er plötzlich zugriff und ihr seine Finger in die zarte Fülle bohrte, hatte wenig mit ...
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