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Das Bangkok Syndikat 18
Datum: 03.11.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78
... das Lösegeld zu übergeben ist. Der Übergabeort ist Doktor Katanaas Haus." Maria Silami starrte den Ermittler fassungslos an. Sie glaubte ihm nicht, so sehr konnte sie sich in einem Menschen nicht geirrt haben. „Das ist aber noch nicht alles, was ich gefunden habe. Im SMS-Ordner ist der gesamte Schriftverkehr zwischen den beiden nachzulesen. Auch wenn er vielleicht nicht direkt etwas mit der Entführung Ihres Sohnes und seiner Freunde zu tun gehabt haben mag, so hat er doch, vielleicht auch unbeabsichtigt, dabei geholfen. Der gesamte Schriftverkehr ist natürlich in der hiesigen Landessprache verfasst. Wir können aber jemand Unabhängigen bitten, Ihnen die einzelnen Nachrichten vorzulesen, falls Sie mir nicht glauben." In Maria Silamis Kopf tauchten jene Bilder auf, in denen ihr thailändischer Berufskollege ihr nahegekommen war. Sie hatte sogar ein körperliches Verlangen verspürt, den Wunsch gehegt, diesen gebildeten und höflichen Mann an sich heranzulassen ... und jetzt stellte sich heraus, dass er sie verkauft und verraten hatte? Sie konnte und wollte es einfach nicht glauben. Sie verfügte doch über jede Menge Erfahrung und eine umfassende Menschenkenntnis, wie konnte sie sich nur so sehr getäuscht haben? „Hören Sie, Frau Doktor Silami. Ich war gestern mit Doktor Katanaa bei dieser Domina. Er hat derart furchtbare Dinge durchgestanden, wie man sie nicht einmal seinem ärgsten Feind wünschen möchte. Er ist ihr absolut hörig und völlig in ihren Händen. Mit Sicherheit ...
... hat sie aber auch genügend Material gesammelt, um seine Leidenschaft im Bedarfsfalle gegen ihn zu verwenden. Wie dem auch sei, Doktor Katanaa ist eine Person, auf die wir in dieser Situation nicht zählen können." Maria Silami schwieg, überwältigt von der gegebenen Situation. Sie hatte mit diesem Paukenschlag alles verloren, was ihr noch Zuversicht und Halt gegeben hatte, nur Misstrauen und Angst waren geblieben. Chai legte seine Hände beruhigend auf die Schultern der konsternierten Juristin. Sie zögerte einen Augenblick, dann umarmte sie den Ermittler. Er schien der letzte Mensch zu sein, der wirklich auf ihrer Seite stand. Vierzigster Tag, morgens, Bangkok „Wang?" Der Pate öffnete die Augen. Nori stand neben dem Bett und war bereits fertig angezogen. Langsam streckte ihr der Alte seine rechte Hand entgegen, um sie sich küssen zu lassen. „Wie spät ist es?" „Es ist sieben Uhr, deshalb habe ich dich geweckt, so wie du es mir aufgetragen hast." Der Pate raffte sich auf. „Zieh mich an, ich habe es eilig! Frühstücken werde ich unten." Nori drehte sich kurz zu Christian um, der, immer noch eingeschlossen und geknebelt, an der Wand stand. Wangs Blick folgte ihr, er ahnte was jetzt kommen würde. „Wang! Ich ..." Sie fragte wie ein Kind, das seinen Stoff-Teddy mit auf die Reise nehmen wollte. Der Pate lächelte. Wieso sollte er sie ihrer Illusion berauben? Dieser Junge schien ihr viel zu bedeuten, der Pate würde sie bis zur Abreise in dem Glauben ...