1. Das Bangkok Syndikat 18


    Datum: 03.11.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... hochgezogenen Augenbrauen an.
    
    „Was ist denn das für ein Name?"
    
    Chai, am Rande seiner Belastbarkeit angelangt, musste kurz überlegen.
    
    „Ein portugiesischer. Neto ist ein bekannter Goldschmied, der hier viele einheimische Handwerker ausgebildet hat. Er stellt auch Uhren her, ein angesehener, aber gleichzeitig auch sehr bescheidener Mann."
    
    Maria Silami blickte Arlak fragend an.
    
    „Ist es weit?"
    
    Arlak sah auf sein Handy.
    
    „Zwei Straßen. Fünf Minuten."
    
    Die Rechtsanwältin nahm Chai bei der Hand, wie eine Mutter ihr bockiges Kind, und zog ihn weiter. Sie wollte es einfach nicht gelten lassen, dass der Detektiv erschöpft und am Ende seiner Kräfte angelangt war.
    
    „Vielleicht ist dieser Mann ja der letzte, den wir um Hilfe bitten müssen, mein lieber Herr Na Ajutthaja."
    
    Mit eiligen Schritten liefen sie die Straße entlang. Ein Taxi hätte sich nicht gelohnt, dafür war die Distanz zu kurz.
    
    „Wir müssen dort hinüber, zwischen den beiden Restaurants ist seine Werkstatt."
    
    Das gedungene, kleine Haus, eingequetscht zwischen zwei stattlichen, modernen Funktionsbauten, erweckte bei der Anwältin nicht wirklich einen wohlhabenden Eindruck. Sie blickte durch die Scheibe der Ladentür und betätigte dann den kleinen, unscheinbaren Klingelknopf aus Messing.
    
    „Jetzt sind es noch genau zwei Stunden."
    
    Arlak schien in tiefer Sorge.
    
    „Wenn wir rechtzeitig da sein wollen, bleiben uns vielleicht noch fünfzig Minuten. Sonst schaffen wir es nicht mehr, der Verkehr wird ...
    ... jetzt zusehends dichter."
    
    Maria Silami drückte noch einmal auf den Knopf, doch nach wie vor schien niemand hiervon Notiz zu nehmen.
    
    „Scheint keiner da zu sein."
    
    Chai schüttelte den Kopf.
    
    „Das kann nicht sein, er ist immer zu Hause. Seine Wohnung liegt direkt über dem Laden."
    
    Er drückte selbst noch einmal den Knopf, klopfte an die Scheibe und sah in den Laden. Nach einer weiteren Minute glaubte der Ermittler selbst nicht mehr daran, dass sein Bekannter noch öffnen würde. Resigniert wollte er sich bereits abwenden, als ein Schatten hinter der Tür auftauchte.
    
    „Chai! Meine Güte!"
    
    Eine freundliche Mädchenstimme quietschte regelrecht vor Freude, dann schoss ein hübsches, junges Mädchen aus der Tür heraus auf den Ermittler zu und umarmte ihn voller Begeisterung.
    
    Maria Silami und Arlak sahen sich verwundert an und schienen gar nichts zu begreifen.
    
    „Kommt bitte herein! Vater wird sich freuen. Er sitzt noch beim Frühstück."
    
    Netos Tochter hatte sowohl asiatische als auch europäische Züge an sich, lebhafte, smaragdgrüne Augen und eine schlanke, sportliche Figur. Das Gesicht war von beinahe unwirklich scheinender Gleichmäßigkeit, Haut und Haar frei von jeglichem Makel. Selbst Arlak musste sich eingestehen, dass er selten so ein hübsches und vollkommen erscheinendes Geschöpf gesehen hatte.
    
    „Na Ajutthaja?! Ich höre da eine mir wohlbekannte Stimme!"
    
    Das rauchige Lachen dröhnte noch in die Ohren der Ankömmlinge, als auch schon ein kleiner, vielleicht knapp ...
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