1. Das Bangkok Syndikat 18


    Datum: 03.11.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... dass an ein Vorwärtskommen im Moment nicht zu denken war. Stau war eben Stau, da war nichts zu machen. In der letzten halben Stunde hatte das Taxi bestenfalls zwanzig Meter zurückgelegt.
    
    „Und wenn wir aussteigen?"
    
    Chai blickte aus dem Seitenfenster. Sie befanden sich mitten auf dem Highway und hatte keine Möglichkeit, diesen zu verlassen. Die Stadt lag etwa zehn Meter unter ihnen.
    
    „Wie soll das gehen, Arlak? Hier gibt es nicht einmal einen Fußweg."
    
    Entschlossen öffnete der Junge die Beifahrertür, schulterte die schwarze Tasche mit dem Geld und winkte seinen beiden Begleitern, den Wagen ebenfalls zu verlassen und ihm zu folgen.
    
    Maria Silami und der Ermittler sahen sich fragend an. Sie hatten nur noch zwanzig Minuten Zeit.
    
    „Ich zahle das Taxi. Steigen Sie bitte schon mal aus, Maria."
    
    Der Detektiv musste grinsen, als unvorstellbares Zugeständnis war es wohl zu werten, dass die Anwältin ihm das „Du" angeboten hatte. Trotzdem wollte es ihm noch nicht so recht über die Zunge gehen.
    
    Er überreichte dem Fahrer einige Scheine, dann folgte er den beiden, die sich durch die Autokolonnen zum Seitenstreifen durchschlängelten.
    
    „Dort vorne! Seht Ihr? Da ist ein Notabstieg!"
    
    Maria Salami sah den schwulen Jungen an, als sei er ein Außerirdischer, der sie in seinem Raumschiff zu entführen gedachte.
    
    „Ich soll eine Leiter hinabsteigen?"
    
    Arlak lachte.
    
    „Nein, ein Seil! Jetzt kommen Sie schon! Dort sind Treppen, die Sie gehen können. Alle zweihundert Meter ...
    ... finden sie so einen Notabstieg für den Fall der Fälle."
    
    „Fünfzehn Minuten noch. Ich rufe bei Doktor Katanaa im Haus an. Vielleicht ist sie schon da."
    
    „Telefon für Sie."
    
    Nori starrte den Diener an. Chai hätte das Geld längst bringen müssen. Ärgerlich griff sie nach dem schnurlosen Telefon und wischte den Mann mit einer ärgerlichen Handbewegung aus dem Zimmer. Der warf noch einen Blick auf den Hausherrn, der jetzt zumindest seine Ruhe zu haben schien und schlief.
    
    „Wer ist da?"
    
    Chais Stimme klang aus dem Hörer. Er versuchte, der Domina in wenigen Worten seine Situation zu erklären.
    
    „Ich habe mich auf dich verlassen, Onkel! Warum enttäuschst du mich jetzt?", schrie sie so laut ins Mikrofon, dass der Anwalt erschrocken aus dem Schlaf fuhr und ängstlich zu seiner grausamen Herrin aufsah.
    
    „Eine halbe Stunde? Verdammt, die kann mir das Leben kosten! Ist dir das klar?"
    
    Der Ermittler versprach sich zu beeilen, er schien zu spüren, dass sie nicht log.
    
    Die Domina aber war verzweifelt, sie spürte förmlich, wie die Zeit wie Sand zwischen ihren Fingern verrann.
    
    Zehn Minuten später hörte sie Schritte auf dem Gang und wusste diese zu deuten. Das Totenkopfgesicht kam, um sie zu holen.
    
    „Sie ist nicht mehr da?"
    
    Doktor Katanaas Bediensteter verneinte.
    
    „Sie sind vor zehn Minuten von hier weggefahren."
    
    Maria Silami stand kurz vor einer Ohnmacht, das Blut wich aus ihrem Gesicht, ihr Körper begann zu taumeln. Chai sprang ihr bei, umfasste ihre Taille und bat sie, ...
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