1. Das Bangkok Syndikat 18


    Datum: 03.11.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... merken!"
    
    Noris Augen blieben starr auf ihre Kollegin gerichtet, sie hatte jedes Wort in sich aufgesogen, reagierte aber nicht. Wanda wertete dieses Schweigen als Aufforderung, weiterzureden.
    
    „Wir können Deinen Sklaven trotzdem mit auf die Bühne nehmen, für den Fall der Fälle, dass wir auffliegen sollten. Als Statist zusammen mit anderen Sklaven. Ich kann dann immer noch behaupten, dass ich ihn als nächstes drannehmen wollte. Verstehst du? Bitte, Nori! Dieser Junge ist total kaputt, tue nicht einem weiteren Menschen dasselbe an!"
    
    Nori schwieg weiterhin, schien das Gesagte gedanklich abzuwägen. Hatte sie bisher nicht stets Glück gehabt? Was diese Frau von sich gegeben hatte, schien gut durchdacht zu sein. Selbst wenn der Pate die Täuschung durchschauen würde, bliebe ihm keine Zeit mehr für etwaige Racheaktionen, ohne dadurch seine eigenen Pläne zu gefährden, schon gar nicht in einem Saal voller Besucher. Und wenn er sie doch noch zwang, ihn zu begleiten? Dann würde sie alles auf eine Karte setzen und bereit sein, das erste Mal in ihrem Leben zu töten, sollte es die Situation erfordern.
    
    „Und der Mann vor der Tür? Wie willst du da Christian gegen Long austauschen?"
    
    Wanda überlegte kurz. Nori hatte recht, daran hatte sie nicht gedacht.
    
    „Jasmin hat mir erzählt, dass jemand kommt, der mir bei seiner Verkleidung hilft. Stimmt das?"
    
    Die Chefdomina nickte.
    
    „Das heißt aber auch, dass wir einen Raum benötigen, in dem es zumindest ein Waschbecken, einen Spiegel ...
    ... und Schminksachen gibt."
    
    Nori überlegte noch kurz, dann nickte sie zum Zeichen ihres Einverständnisses und wandte sich an die beiden Sklaven.
    
    „Holt ihn raus! Legt ihm aber die Ketten wieder an! Und vergesst den Knebel nicht!"
    
    Wanda fühlte eine tonnenschwere Last von ihren Schultern gleiten. Sie hatte das Schlimmste für die beiden Männer zu verhindern vermocht.
    
    Vierzigster Tag, mittags, Bangkok
    
    „Chai! Chai! Nun steh schon auf, verdammt! du hast jetzt genug geschlafen!"
    
    Maria Silami rüttelte energisch an der Schulter des Ermittlers, der sich, so wie er war, in einen der Sessel ihres Hotelzimmers hatte fallen lassen und auf der Stelle eingeschlafen war.
    
    Er schreckte hoch, rieb sich die Augen und sah sich verwirrt um. Schwindel und Übelkeit erinnerten ihn an die Strapazen der letzten Tage.
    
    „Wie spät ist es?"
    
    „Zwölf Uhr dreißig, mein Bester. Arlaks Freunde haben sich bereits unten in der Lobby angemeldet und werden gleich hier sein. Möchtest du einen Kaffee? Ich habe uns eine große Kanne bringen lassen. Du kannst natürlich auch etwas zu Essen haben."
    
    Mit einiger Besorgnis musterte die Anwältin diesen ausgelaugten Mann. Wie hatte sie ihm nur derartiges Unrecht antun können? Er ging an seine Grenzen für ihren Sohn und dessen Freunde. Mittlerweile spürte auch sie, dass seine eigentliche Motivation, den Fall zu einem guten Ende zu bringen, nicht das Geld war, das er für die erfolgreiche Erfüllung seines Auftrages bekommen würde. „Kaffee gerne, Maria. Vielen ...
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