1. Das Bangkok Syndikat 18


    Datum: 03.11.2021, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: bySena78

    ... Aufgabe erledigt und somit auch keinerlei Bedeutung mehr für sie. Dass er seine Arzttasche stehen gelassen hatte, schien sie nicht weiter zu stören. Als er sie bat, selbige holen zu dürfen, zog sie ihren Schlagstock aus der Halterung am Gürtel und drohte ihm.
    
    „Du gehst jetzt nach oben und spielst den Braven, sonst ..."
    
    Doktor Lubana hob seine Arme, er hatte verstanden. Wenn dieser Tag endlich vorbei war, würde er nie wieder hierher zurückkommen, das hatte er sich geschworen. Und Jasmin? Sie auch nicht, dafür würde er sorgen.
    
    Nori durchsuchte die Tasche des Arztes, fand die Flasche mit jenem Mittel, das den Deutschen verabreicht worden war, ebenso eine Kanüle samt Spritze.
    
    „Was machst du da?"
    
    „Was schert es dich? Mach gefälligst Alain fertig und komm mit nach oben! Vanida erwartet uns!"
    
    „Wo ist Wanda?"
    
    Vanida zuckte mit den Schultern.
    
    „Sie ist mit den Sklaven wieder nach unten gegangen."
    
    Nori zeigte ein besorgtes Gesicht.
    
    „Und habt Ihr ...? Du weißt schon."
    
    Die Visagistin nickte.
    
    „Ja, wir haben den Rollenwechsel vollzogen, falls du das gemeint hast."
    
    Die Domina drückte der jungen Frau einige Geldscheine in die Hand.
    
    „Zu keinem ein Wort darüber! Hörst du!?!"
    
    Vanida nickte nochmals. Schon allein wegen Wanda würde sie die Klappe halten. Im Gegensatz zu Nori schien diese ein Mensch geblieben zu sein und hatte ihr Herz am rechten Fleck.
    
    „Wir haben nicht mehr viel Zeit. Los, Vanida! Kümmere dich um die beiden! Kim wird dir dabei ...
    ... helfen. Ich gehe wieder nach unten und sehe nach, wie weit die Vorbereitungen fortgeschritten sind.
    
    Kim blickte ihrer Kollegin hinterher. Sie ahnte, dass dies nicht Noris einzige Absicht sein konnte. Die Spritze war für Christian bestimmt, daran hegte sie keine Zweifel. Doch weshalb wollte sie ihm dieses Mittel denn verabreichen, wenn er doch an der Show gar nicht teilnehmen würde? Kim schwor sich, Nori im Auge zu behalten. Wenn der richtige Zeitpunkt gekommen war, würden Alain und sie bereit sein.
    
    Vierzigster Tag, abends, Bangkok
    
    „Mein lieber Doktor! Kommen Sie, setzen Sie sich zu mir."
    
    Der Mediziner quetschte sich durch die enge, lange Stuhlreihe, bis er den Sitzplatz neben Wang erreicht hatte. Was war das bloß für eine seltsame Veranstaltung? Neben Wangs Männern waren beinahe ausschließlich Prostituierte als Gäste erschienen, allesamt ebenso bunt wie bizarr gekleidet, die Gesichter grell geschminkt. Das nicht zuzuordnende Gewirr aus zahllosen Stimmen, untermalt von ausgelassenem Gelächter, erzeugte eine eigenwillige Stimmung, die dem Mediziner geradezu skurril und dem Anlass alles andere denn entsprechend erschien.
    
    Wang hatte sich inmitten seiner Leuten in die letzte Stuhlreihe gesetzt, Bonian zu seiner Rechten, Doktor Lubana zu seiner Linken. Er zeigte einen munteren Gesichtsausdruck und schien in freudiger Erwartung zu sein.
    
    „Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich mal Zuschauer in einer SM-Show sein würde."
    
    Bonian an seiner Seite lachte heiser auf.
    
    „Und ...
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