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Die Burg Kapitel 12/Ende
Datum: 06.01.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... wir wickelten die beiden mumifizierten Körper darin ein, die sich nicht voneinander trennen ließen. Es wäre auch nicht richtig gewesen sie jetzt zu separieren, davon war ich überzeugt. Dann brachten wir sie nach oben, denn die Falltür nach unten wäre zu eng gewesen, um sie hindurch zu bekommen. Oben war der Durchschlupf gerade groß genug. Auf dem Dach angekommen, ließen wir sie mit einem Seil in den Burghof herunter. Mit der entsprechenden Würde trugen wir sie auf den Friedhof und schoben die Platte des Grafen von Maiden beiseite, denn wir waren der Meinung, dass seine Tochter am besten bei ihm liegen sollte. Es machte etwas Mühe, aber wir schafften es trotzdem, die schwere Platte halb beiseitezuschieben. Darunter war eine rechteckige, in den Fels geschlagene Grube, in deren Mitte eine Urne stand. Sonst war sie leer. Ich kletterte hinein und stellte die Urne ein wenige weiter zur Seite, um für die beiden mehr Platz zu schaffen. Kaum war dies geschehen, hob Conlin die Tücher über den Rand und senkte sie zu mir herab. Ich nahm sie in empfang und stellte sie vorsichtig an die eine Seite der Grubenwand, dass sie wie im Turm saßen. Eine Minute stand ich stumm da und hielt andächtig Zwiesprache mit meinen Vorfahren. Dann drehte ich mich um und wollte gerade aus der Grube steigen, als ich zufällig nach oben unter die über mir liegende Hälfte der Grabplatte sah. Zuerst wollte ich es nicht glauben, wischte mir über die Augen und schüttelte meinen Kopf, um klar zu ...
... werden. Aber das, was sich sah, verschwand nicht, es blieb dort, wo es war, und trat sogar noch deutlicher hervor. Darunter waren ein paar Buchstaben eingraviert, Buchstaben, deren Sinn ich nicht gleich verstehen wollte, obwohl ich sie gut kannte. Es stand ganz deutlich da, ließ sich nicht wegwischen oder leugnen. „Gemacht von Jens 1425!" Kapitel 14 Ich blieb wie angewurzelt stehen und Conlin fragte, ob irgendetwas wäre. Langsam schüttelte ich meinen Kopf, konnte mich aber von diesen Buchstaben nicht abwenden. Hatte ich doch bei meinen Grabsteinen das Gleiche gemacht. Hier stand ebenfalls ein Name mit einem Datum. Mein Name. Es konnte nur so gewesen sein, dass einer meiner Vorfahren den gleichen Einfall gehabt hatte, anders ließ es sich nicht erklären. Doch wieso waren die Buchstaben in der Form eingemeißelt, wie man es heute tat. Auf den Grabplatten selber, war das anders. Langsam löste ich mich von dem Anblick und kletterte hinaus zu Conlin, dem man ansehen konnte, dass er sich hier nicht wohlfühlte. Wer außer solch seltsamen Menschen wie mir tat das schon. Ich kannte es zu gut. Wir gingen zurück. Ich nachdenklich, Conlin froh den Ort verlassen zu haben. In der Burg angekommen, versuchte ich meine Gedanken abzuschütteln. Ich schnappte mir meine Materialien und schaffte sie auf den Bergfried. Endlich konnte ich die Zinnen hier oben reparieren und diese Arbeit hielt mich vom Denken ab. Ich wollte nicht denken, ich wollte nur arbeiten. Leider ...