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Grober Sand 03
Datum: 10.01.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byLoreleyColter
... wird nie enden." Ich weiß was er meint. Es ist ein Kampf der Zivilisationen. Niemand wird gewinnen. Aber er kann seine Befehle nicht ignorieren, egal was er fühlt oder glaubt. Der Code wird mir wohl nicht mehr helfen, dennoch versuche ich es. „Ich muss mit einem Aufklärungsoffizier sprechen, Sergeant." Ganz langsam schüttelt er den Kopf. „Du erzählst mir, was du weißt, sonst niemandem." Krachend beißt er in seinen Apfel. Hm. Das gefällt mir gar nicht. „Nur dir, okay ..." Ich trinke noch einen Schluck „Chuck darf ich also nichts erzählen? Nicht einmal dem Colonel?" Er murmelt etwas. Ich glaube, es war „smart ass". „Chuck hat mir gestern Nacht auch die ein oder andere Frage gestellt." Ich beobachte sein Gesicht, wie es sich plötzlich für den Bruchteil einer Sekunde verzerrt, um dann wieder gleichgültig zu werden. Als er nichts erwidert, schweigen wir. Nach einer Weile rafft er sich auf und sammelt die Reste des Frühstücks ein. Ich kann gerade noch einen Müsliriegel hinter eine lose Diele schieben. Er steht auf und sieht auf mich herunter. „Du hast gehört, was der Colonel gesagt hat. Du weißt, was dir bevorsteht. Warum redest du nicht einfach?" Ich sehe ihn an und Resignation macht sich breit. Ja, ich weiß, was mich erwartet. Aber ich bezweifle, dass ich es verhindern kann. Es ist auch egal, ob er es über sich bringt, seinen Auftrag auszuführen, denn in diesem Lager gibt es noch tausende andere Soldaten, von denen etliche diese Aufgabe wohl liebend gerne ...
... übernehmen würden. Wenn sie alle schon so lange hier sind ... Oh my. „Die Geschichte ist zu unspektakulär, als dass ihr sie glauben würdet." „Lass' uns das beurteilen." Er zieht die Zellentür hinter sich zu und sieht sich langsam im Wachraum um. Er geht dazu über, einen Schrank nach dem anderen zu öffnen und wieder zu schließen, wobei er mich geflissentlich ignoriert. Ich frage mich, wonach er sucht. Ich betrachte ihn und mir drängt sich das Gefühl auf, dass er einen inneren Kampf mit sich ausficht. Immer wieder streift er mit den Fingern über die Bandage an seiner linken Schulter, während seine Augen jeden Gegenstand im Raum mustern. Schließlich gibt er es auf, zumindest die Geschichte mit den Schränken. Bevor er die Baracke verlässt, prüft er noch einmal das Schloss meiner Zelle und sagt: „Ich kann dich nicht schützen und ich kann meine Befehle nicht ignorieren. Überlege dir gut, ob dein Geheimnis es wirklich wert ist." Nachdem er gegangen ist, lasse ich mich schwer auf die Pritsche sinken. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Es ist ein zutiefst beunruhigendes Gefühl. Eigentlich kann ich nur der Dinge harren, die da kommen. Aber ob es das alles wert ist, weiß ich wirklich nicht. Ich glaube, dass die meisten Nationen, die in dieser Wüste kämpfen, allen voran die Amerikaner, Leute wie mich haben: Einsame Wölfe, die dort draußen herumstreichen und die Drecksarbeit erledigen, die eigentlich nicht getan werden darf. Alle wissen es, keiner sagt es. Warum soll ich ...