1. Grober Sand 03


    Datum: 10.01.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byLoreleyColter

    ... übertrieben."
    
    Ich lasse sie vor mir her durch die besagte Tür gehen. Sie bleibt stehen und sieht sich um. Es ist eine ganz gewöhnliche Gemeinschaftsdusche, abgesehen von den fehlenden Trennwänden. Sie dreht sich zu mir um. „Warum so viele Duschen für nur drei Zellen?"
    
    Ich deute auf die Stahltür am anderen Ende des Raums. „Da hinten ist der eigentliche Gefängnisblock, in dem die normalen Gefangenen sitzen."
    
    Sie quittiert die Information mit einer erhobenen Augenbraue. „Gibt es auch die versprochene Seife oder nur klares Wasser?"
    
    Ich öffne einen Spind und gebe ihr ein Fläschchen Shampoo und Duschgel. Sie grinst. „Ist ja wie im Hotel!"
    
    „Nur dass du hier beim Duschen bewacht wirst."
    
    --------------------------
    
    Natürlich meint er das völlig ernst. Ich könnte zwar nirgendwo hin, aber das hält ihn nicht davon ab, mir dabei zuzusehen, wie ich das Wasser aufdrehe und mich unter den Strahl stelle. Ich entdecke den nächsten Unterschied zum All-Inclusive: Kein warmes Wasser. Doch als ich das sandige Rinnsal betrachte, das im Abfluss verschwindet, fühle ich mich tatsächlich etwas besser.
    
    Nun, da ich schon mal die Gelegenheit habe, koste ich den Luxus aus. Genüsslich verteile ich das Shampoo in meinen Haaren. Es riecht ziemlich männlich, aber das ist mir scheißegal. Es ist Shampoo! Das Wasser läuft kühlend und reinigend über meine Haut, und wenn ich die Augen schließe, kann ich mir fast einbilden, dass ich zuhause bin. Hochsommer, eine kalte Dusche und der ...
    ... Geruch der Zivilisation. Das Duschbad begeistert mich noch viel mehr, zumindest bis ich es mir gedankenverloren auf den Rücken reibe.
    
    Sofort setzt das Brennen ein. Die Striemen sind heftiger, als ich dachte.
    
    Im selben Moment werde ich mir auch wieder schmerzlich der Gegenwart des Sergeants bewusst. Er steht einfach da, ganz entspannt an die Wand gelehnt, und hält mir ein Handtuch bereit. Meine anerzogenen Reflexe bringen mich beinahe dazu, die Arme vor der Brust zu verschränken, bevor mir auffällt, wie lächerlich das wäre. Er beobachtet mich ganz unverhohlen. Ich sehe ihm in die Augen, um ihn zum Wegsehen zu provozieren, doch ich stelle fest, dass er in Wirklichkeit durch mich hindurch starrt.
    
    Er ist in Gedanken ganz weit weg, meine Scham ist überflüssig. Während ich den Rest des Duschgels vom Wasser wegspülen lasse, frage ich mich, woran er gerade denkt. Hat er zuhause ein Freundin, vielleicht sogar eine Ehefrau? Kinder? Wenn ich so seine Augen betrachte, kann ich es mir gut vorstellen, denn die Traurigkeit und Sehnsucht darin sprechen Bände.
    
    Dann erwacht er wieder aus seiner Trance, und mit einem tiefen Atemzug ist er zurück in der Soldatenrolle.
    
    „Fertig?"
    
    Ich nicke und nehme das Handtuch entgegen. So gut es geht trockne ich mich ab, aber als ich meinen Rücken abrubbeln will, ziehe ich unwillkürlich die Luft durch die Zähne.
    
    Er nimmt es mir weg. „Dreh dich um."
    
    Misstrauisch leiste ich seinem Befehl Folge und erwarte eine ausgiebige Begutachtung meiner ...
«12...678...11»