1. Grober Sand 03


    Datum: 10.01.2022, Kategorien: Nicht festgelegt, Autor: byLoreleyColter

    ... Kehrseite, doch er geht lediglich dazu über, vorsichtig über die Striemen zu tupfen. Eine warme Hand legt sich auf meine Schulter.
    
    Das verwirrt mich. Hier stehe ich, nackt, in einer Gefängnisdusche, und mein Wärter trocknet mir den von ihm höchstselbst verunstalteten Rücken. Und doch fühle ich mich wohl. Ich bin sauber, entspannt. Genieße seine Berührung, schließe die Augen. Ein Schnurren liegt mir in der Kehle. Ich wünsche mir, dass er die Arme ...
    
    Wow, stopp! Ich mache einen Satz nach vorn, drehe mich ruckartig um, gehe in Angriffsstellung. Alle Muskeln spannen sich. Stockholm ist um die Ecke und da will ich ganz sicher nicht hin!
    
    In seinem Rücken ist die Tür. Ich weiß, dass sie nicht verschlossen ist. Wenn ich schnell genug bin ...
    
    Ohne weiter nachzudenken, sprinte ich los.
    
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    Sie kommt keine zwei Meter weit. Ich habe in ihren Augen gesehen, was sie vorhat, und muss nur den Arm ausstrecken. Sie prallt gegen mich und geht fast zu Boden, aber ich packe sie und drücke sie rücklings an meine Brust.
    
    Sie kämpft so sehr gegen meinen Griff an, dass ihre nackten Füße in der Luft strampeln. Ich stoße sie von mir, sie taumelt und fällt. Ich werfe mich auf sie. Auf dem Bauch liegend versucht sie, mir mit den Fingern ins Gesicht zu krallen, doch im Bruchteil einer Sekunde habe ich ihre Handgelenke gefasst.
    
    Ihr ganzer Körper zuckt unter mir hin und her. Damit macht sie alles nur noch schlimmer.
    
    „HALTE STILL!"
    
    Sie kämpft einen ...
    ... verbissenen, völlig sinnlosen Kampf. Das Wort „Raserei" kommt mir in den Sinn, so wie sie sich windet und ins Leere tritt. Es dauert noch einige Sekunden, bis sie sich endlich beruhigt. Ich lege eine Hand in ihren Nacken und zwinge ihr Gesicht auf die kalten Fliesen.
    
    „Bist du fertig?"
    
    Ein kurzes, heftiges Rucken, dann hält sie wieder still.
    
    „Ich fasse das als Ja auf."
    
    Mit den Fingern greife ich in ihre Haare, damit sie nicht mehr mit dem Kopf nach mir schlagen kann. Ihr Atem kommt stoßweise und sie hat die Augen weit aufgerissen.
    
    „Mach es dir doch nicht so schwer."
    
    Sie holt tief Luft und schluckt den Instinkt hinunter. „Ich kann nicht anders.", flüstert sie.
    
    Nun bin ich doch dankbar dafür, dass ich noch ein Paar Handschellen in der Beintasche habe. Ich fessle ihr die Arme auf den Rücken und führe sie zurück in die Zelle, wo ich sie mit dem Bauch auf den Boden lege, um mir Zeit zu verschaffen. So kann sie nicht aufstehen, bevor ich zusammen habe, was ich brauche. Sie ist im Fluchtmodus. Das muss unterbunden werden.
    
    Aus den Utensilien, die ich mir im Lager zusammengesucht habe, wähle ich vier Kabelbinder und zwei Gürtel. Außerdem hole ich aus dem Schrank einen der schwarzen Säcke, die ich vorhin entdeckt und deren Funktion ich mittlerweile auch begriffen habe. Ich gehe neben meiner Gefangenen in die Hocke und nehme ihr die Handschellen ab, dann ziehe ich sie auf die Füße und presse sie gegen die Gitterstäbe.
    
    Ich strecke ihr rechtes Handgelenk schräg nach oben ...
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