1. Die Burg Kapitel 10/11


    Datum: 12.01.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    Kapitel 10
    
    „Brid, der Schwarm aller Männer des Dorfes. Sie war ein aufgewecktes Mädel, das wusste, was es wollte. Sie soll es mit vielen getrieben haben und selbst der Herr der Burg, war von ihr angetan. Sie soll öfter bei ihm gewesen sein. Sie hat ihn wohl geliebt.
    
    Kurz bevor die Burg angegriffen wurde, ist sie in den Wald gegangen und wollte Pilze sammeln. Als sie zurückkam, konnte sie nicht mehr zu ihm, denn die Belagerung hatte einen dichten Ring um die Burg gezogen.
    
    Sie hat darum gebettelt noch einmal in die Burg zu dürfen, aber man hat sie nicht gelassen, stattdessen hat man sie ebenfalls verdächtigt, dem Satanskult zu dienen. Sie beteuerte zwar, dass sie nichts damit zu tun habe, aber man hat ihr nicht geglaubt. Bis zu ihrem bitteren Ende hat sie noch an ihre Liebe gedacht.
    
    Sie wurde vor die Burg geschleift und vor den Augen der Verteidiger geköpft, damit diese die Ausweglosigkeit ihrer Situation erkennen sollten.
    
    Als das Schwert zuschlug, hörte man aus der Burg ein lautes, klagendes Brüllen. Einige der Belagerer haben später gesagt, dass es vom Burgherrn gekommen sein soll.
    
    Zum Schluss hat man ihren Kopf über die Burgmauer geschleudert."
    
    Das Feuer im Kamin war wieder bis auf die Glut herunter gebrannt. Ich stand auf und holte weitere Scheite um diese nachzulegen. Ich bewunderte den erneut aufsteigenden Funkenflug und dachte über das Gesagte nach. Dann setzte ich mich in Gedanken versunken hin und schenkte mir eine weiteres Glas Wein ...
    ... ein.
    
    Beide sahen wir in das entfachte Feuer, welches langsam über die Scheite leckte und neue Nahrung fand.
    
    Es lag eine seltsame Stille über uns beiden und keiner wollte etwas sagen. Wir hingen beide unseren Gedanken nach, obwohl da noch ein paar Punkte offen waren.
    
    Ich konnte die Stille einfach nicht mehr ertragen und mir kamen noch zwei Gedanken in den Kopf, die ich geklärt haben wollte.
    
    „Können sie mir erklären, was es mit dem Bild in der Gastwirtschaft und dem Standbild auf dem Markt zu tun hat?"
    
    Die Gräfin erwachte aus einer Art Schlaf, denn ein kleiner Ruck ging durch ihren Körper, als sie die Frage hörte.
    
    „Ja, das Bild. Es ist ein Überbleibsel aus der von Maiden Burg. Es wurde von dem Burgherrn in der Richtung verhext, dass es anzeigt, was bei uns gerade los ist. Er hatte gedacht, dass er uns damit unter Kontrolle hatte und vorgewarnt wurde, wenn wir etwas gegen ihn im Schilde führten. Der damalige Wirt hatte es nach dem Sturm mitgenommen, bevor die Burg geschliffen wurde. Seitdem hängt es im Gastraum und keiner mag es mehr anfassen. Alle glauben, dass es verflucht ist, und wollen damit nichts zu tun haben.
    
    Die Figur auf dem Marktplatz ist ein Mysterium und wir wissen nicht, wer sie gemacht hat. Sie tauchte fünf Wochen nach dem Fall der Burg auf und wurde in den Brunnen gestellt. Von wem oder warum, wusste keiner genau. Nur ließ sie sich nicht mehr entfernen. Wir haben es viele Male versucht. Sie zeigt eine kleine Abbildung des Teufels von der Burg und macht ...
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