1. Die Burg Kapitel 10/11


    Datum: 12.01.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    ... legten.
    
    Minutenlang standen wir da, sagten kein Wort, bewegten uns nicht. Meine Nase war kurz über ihren Haaren und ich sog deren Geruch ein. Ein erregender Duft von Frau, stieg mir angenehm in meine Nase und verstärkte sich, als ich diese weiter zwischen ihre Haare schob.
    
    Ob sie es gemerkt hatte, wusste ich nicht. Sie entzog mir ihren Kopf, indem sie diesen so weit nach hinten legte, dass ich ihr ins Gesicht sehen konnte. Ihre Augen waren von Tränen überschwemmt, trotzdem lächelte sie, als wenn sie in diesem Moment glücklich wäre. Dieses zu sehen, überschwemmt mich ebenfalls mit dem warmen Gefühl von Glück. Am liebsten hätte ich diesen Moment für die Ewigkeit konserviert.
    
    Ich kam auf sie zu und ich küsste sie sanft auf ihre Stirn, bevor sie sich an mich drückte. Wie eine Ertrinkende klammerte sie sich an mir fest und wollte mich nicht mehr loslassen, damit ich nicht mehr verschwand. Das hatte ich auch nicht vor.
    
    Wenn ich es mir überlegte, was sie eine bildschöne Frau, die ich zuvor in ihr nicht erkannt hatte, erkennen wollte. Immerhin war sie meine Auftraggeberin und ich hätte niemals damit gerechnet, ihr nah zu kommen. Also hatte ich sie mit anderen Augen gesehen.
    
    Jetzt musste ich sie anders wahrnehmen, da mir bewusst war, dass sich unser Schicksal miteinander verband. Wenn ich es mir genau überlegte, wollte ich das sogar. Was hatte ich zu verlieren?
    
    Plötzlich ließ mich die Gräfin los, griff jedoch nach meiner Hand und zog mich Richtung Tür. Sie sagte ...
    ... nichts, leitete mich weiter.
    
    Schon durchschritten wird den Eingang und standen wenige später vor der Doppeltür zum Rittersaal. Hier blieb sie erstmalig stehen und atmete tief durch. Dann öffnete sie diese und wir gingen quer durch den Saal und standen wenig später vor dem verhängten Spiegel. Hier griff sie mit einer Hand an den Stoff und sah mich dabei an. Dann sagte sie noch: „Ich muss euch etwas zeigen. Bitte erschreckt nicht!"
    
    Mit diesen Worten zog sie an dem Tuch und es fiel zu Boden.
    
    Hatte ich zuerst geglaubt, mich jetzt zu sehen, wie es in einem Spiegel üblich ist, wurde ich nicht enttäuscht. Ich stand mit der Gräfin Hand in Hand davor, ohne dass ich etwas Besonderes entdecken konnte. Doch dann, als der Mond hinter einer Wolke hervorkam, hinter dem er einen Moment verschwunden war, fiel sein Licht auf die glänzende Oberfläche.
    
    Sofort änderte sich das Bild und ich konnte es nicht glauben. Weder die Gräfin noch ich waren mehr zu sehen, stattdessen der Saal, wie er hinter mir war. Doch es war ein gewaltiger Unterschied vorhanden.
    
    Im Spiegelbild war der Kamin an und um den großen Tisch saßen und standen viele Menschen, in einer Bekleidung, die dem 14. ten Jahrhundert entsprachen. Sie unterhielten sich miteinander und es sah aus, als wenn sie ein Fest feierten.
    
    Über dem Kaminfeuer drehte sich ein ganzes Schwein. Auf dem Tisch standen weitere Gerichte und waren auf silbrig glänzenden Tafeln angemacht. Ich konnte einen Fasan erkennen, den man nach dem Braten ...
«1...345...10»