-
Die Burg Kapitel 10/11
Datum: 12.01.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor
... sich mit der langen Nase über uns lustig. Seine andere Hand bedeckt sein Glied. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass unsere Familie, durch den Fluch, nicht mehr zeugungsfähig und somit zum Aussterben verurteilt ist. Wahrscheinlich ist sie aus einem Teil des Metalls gemacht, die beim Bau der großen Figur auf der Burg benutzt wurde." Ich nickte einmal, sah dabei in das Feuer. Vieles hatte sich endlich aufgeklärt und ich fühlte mich erleichtert. Immerhin hatten sich viele Fragen geklärt, die mir auf der Zunge gebrannt hatten, wenn auch nicht alle. Die Gräfin sah mich auf einmal an und meinte: „Bitte lasst mich jetzt alleine, ich würde euch aber gerne heute noch einmal sehen. Könntet ihr noch einmal erscheinen, sobald es dunkel geworden ist?" Ich wusste nicht, warum ich es ablehnen sollte. Also nickte ich, stand auf und ging aus dem Raum. Im Flur angekommen, ging ich an den Bildern vorbei und blieb vor dem Letzten stehen. Bess hatte wirklich eine große Ähnlichkeit mit Genefe. Das war unübersehbar. Einen Moment stand ich vor dem Bild und betrachtete es, dann ging ich in die Werkstatt und räumte auf. Auf dem Weg dahin sah ich zum Bergfried hoch. Es brannte Licht im obersten Fenster. „Dorlein!", dachte ich und ging weiter. Ich konnte im Moment nichts für sie tun und das machte mich traurig. Es wurde langsam dunkel und in mir stieg die Spannung über das, was mir noch bevorstehen könnte. Immerhin war das Kapitel unserer beiden, eng miteinander verwobenen ...
... Familien, nicht zu Ende geschrieben. Endlich war es dunkel, obwohl es mir nicht so vorkam. Es war Vollmond und das hier draußen sehr hell wirkende, silbrige Licht, legte sich auf das Land. Die Sterne funkelten über das ganze Firmament und ich sah fasziniert in den Himmel. Mehrere Sternbilder waren zu erkennen, die man in der Stadt undeutlich erkennen konnte. Ich ging langsam über den Platz und sah den Burgfried herauf. Oben stand, wie schon einmal zuvor, eine Gestalt, deren lange Haare nach hinten weggeweht wurden. Da es hier unten windstill war, sah es seltsam aus. Es war sicher Dorlein, obwohl man bei diesem Licht kaum die Farbe des Kleides erkennen konnte. Es wirkte eher dunkel als blutrot. Von hieraus konnte man allerdings wesentlich mehr erkennen, als vom Friedhof aus. Ihr Gesicht stach bleich hervor und ich konnte erkennen, dass sie mich ansah. Ging ich weiter, drehte sich ihr Kopf mit mir in die Richtung, in die ich mich wandte. Ich lief sogar einmal im Kreis, trotzdem folgte mir ihr Blick. Dabei fraget ich mich, ob sie wusste, wer ich war. Vielleicht spürte sie, dass ich ein Enkel von ihr war, wenn auch mit vielen Ur davor. Dann blieb ich stehen und konnte es mir nicht verkneifen. Ich hob einen Arm und winkte ihr herauf, obwohl ich mir sicher war, dass sie mir nicht antworten würde. Zu meiner Überraschung, hob sie ebenfalls einen Arm, was kraftlos wirkte. Danach lies sie diesen sinken und starrte weiter zu mir herunter. Kaum konnte ich mich von dem Anblick ...