1. Der Fernfahrer 06


    Datum: 16.02.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: bysirarchibald

    ... Wimmern, das von Joan stammen mußte, drang zu mir herüber.
    
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    Später dann saßen wir uns im Hansenschen Wohnmobil bei einer letzten Tasse Kaffee wieder gegenüber. Die Zeit drängte nun allmählich und deshalb sagte ich nach einem bedauernden Blick auf die Uhr:
    
    "Ich möchte so gern noch bleiben; es hilft aber alles nichts, ich muß los."
    
    Zwischen Joan und den Hansens mußte es, ohne, daß ich es bemerkt hatte, zu einer stillschweigenden Verständigung gekommen sein. Hatte sie mir gestern noch damit "gedroht", daß sie mich nie wieder hergeben werde, blieb sie nun sitzen, machte keinerlei Anstalten mich zu begleiten.
    
    "Ich weiß, was du denkst," räusperte Joan sich, "nein, ich komme nicht mit dir. Mein Platz ist hier, bei diesen lieben, wundervollen Menschen. Glaub' nicht, daß nicht mehr stimmt, was ich dir sagte. Ich liebe dich. Aber diese vier liebe ich auch und ich bleibe bei ihnen, jedenfalls so lange, wie sie mich bei sich haben wollen und du kannst mich jederzeit bei ihnen finden."
    
    Aha, und ich hatte mich schon gewundert, warum Joan ihr Gepäckbündel mitgenommen hatte.
    
    Das war also nun der übliche Abgesang:
    
    'Es war sehr sehr schön mit dir. Komm' mal wieder vorbei. - Aber gerne doch, ganz bestimmt' Und und....... und.
    
    Und jeder wußte vom anderen, daß er es nicht ernst meinte. Ein wenig verschlug es mir schon die Sprache. Aber letzten Endes war es mir recht. Ein schönes Erlebnis, das war es gewesen und ich würde lange und ein bißchen ...
    ... wehmütig von der Erinnerung zehren. Denn eins war mir klar: Weder Joan noch die Hansens waren mir gleichgültig geblieben. Die Tiefe des Gefühls, das ich für diese fünf Menschen empfand, konnte ich noch nicht ausloten. Auf jeden Fall gehörten sie nicht zu der Kategorie Menschen, mit denen man seinen Spaß hat und die man vergißt, sobald man ihnen den Rücken kehrt.
    
    Ich verabschiedete mich mit einem kräftigen Handschlag von Harald und Knut und wollte nun auch Gudrun und Babs die Hand geben. Von Joan erhoffte ich mir einen letzten Kuß.
    
    "Halt, halt," sah Gudrun, diese wundervolle Frau, mich ernst an, "so einfach kommst du mir nicht davon. Nicht so. Das ist ja schrecklich. Also mein Lieber: Erstens nehmen wir Joan gern bei uns auf und sie soll bleiben, solange sie will. Zweitens -und das ist kein leeres Gerede- bist du uns wirklich jederzeit herzlich willkommen. Ich gebe dir gleich noch unsere Visitenkarte und es ist dann deine Sache, was du draus machst. Wir jedenfalls hoffen, daß du dich meldest, wenn wir wieder zu Haus sind und wir freuen uns auf dich."
    
    Nun mußte ich doch ein wenig schlucken. Aber es kam noch besser.
    
    "Komm' Babs," sagte Gudrun zu ihrer Tochter, "wir wollen uns nett von Michael verabschieden. Wir wollen ihm zeigen, was ihm entgeht, wenn er das Wiederkommen vergißt."
    
    Mutter und Tochter kamen auf mich zu, blieben dicht vor mir stehen. Gudrun nahm meine rechte Hand und führte sie unter ihr Kleid, öffnete die Beine und plazierte meine Hand in ihrem feuchten ...
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