1. Die Burg Kapitel 08/09


    Datum: 12.03.2022, Kategorien: Romane und Kurzromane, Autor: byAldebaranKastor

    Kapitel 8
    
    Die Sonne war untergegangen und es wurde dämmrig, als ich endlich am Gasthof ankam. Eigentlich hätte ich früher ankommen wollen, aber ich hatte mich zweimal verlaufen und das hatte Zeit gekostet.
    
    Müde war ich, denn so viel war ich lange nicht mehr gelaufen und das ständige Klettern über diverse Bäume und Hindernisse tat sein übriges.
    
    Für ein ausgedehntes Essen war es zu spät, um diese Zeit zu essen, tat mir nicht gut. Wie oft hatte ich mich schon zu später Zeit vollgestopft und konnte dann nicht mehr einschlafen, weil es mir fies im Magen gelegen hatte. Von daher aß ich am Abend nur eine Scheibe frisches Schwarzbrot mit etwas mehr Butter und hauchfein aufgeschnittener, steinharter Salami. Davon aber reichlich und in Wellenform aufgelegt.
    
    Hinterher ein großes, kühles Blondes.
    
    Während ich es langsam in mich hinein süffelte, sah ich mir die weiteren Gäste an. Eigentlich waren es immer dieselben. Frauen und Männer gemeinsam in Bekleidung, die sie auch Zuhause oder auf dem Feld trugen. Keiner hatte sich für einen Abend in der Gaststätte umgezogen oder fein gemacht. Es war nichts Besonderes, hierher zu kommen. Eher ein Bestandteil des Lebens.
    
    Einige unterhielten sich leise, andere sahen aus, als wenn sie der Welt entrückt waren, wobei sie oftmals eine Pfeife in der Hand hielten und gedankenversunken daran zogen. In einer Ecke saß sogar eine alt wirkende Frau, die ebenfalls an einer kleineren Pfeife nuckelte. Sie sah aber nicht verträumt in die ...
    ... Gegend, sondern man hatte den Eindruck, als wenn ihre Augen alles scannten, was sich tat. Sie gingen von rechts nach links und wieder zurück, ohne dabei den Kopf zu bewegen.
    
    Alles in allem eine friedliche und beruhigende Versammlung von zumeist älteren Menschen. Jüngere sah ich nicht. Die hatten sicher anderes zu tun, als hier bei den Alten zu sitzen. Wo sie waren, wusste ich nicht, denn wenn ich darüber nachdachte, waren mir im Dorf selten Menschen begegnet und wenn, keine jungen.
    
    Ich war aber viel zu müde nach diesem anstrengenden Tag, um darüber nachzudenken, wobei das Essen meine Trägheit verstärkt hatte. Ich gähnte ein, zweimal und konnte meine Augen kaum aufhalten. Von daher entschied ich, schlafen zu gehen.
    
    Morgens erwachte ich frisch und ausgeruht. Auch diese Nacht hatte mich kein Geist besucht und ich war ehrlich gesagt froh darüber. Ich nannte die Erscheinungen der ersten drei Nächte so, denn ich konnte es mir nicht anders erklären.
    
    Ich sprang aus dem Bett, hatte irgendwie einen ungemein starken Tatendrang in den Knochen. Ich wollte etwas schaffen und saß deswegen wenige Minuten später am Tisch, um ein bescheidenes Frühstück einzunehmen. Dabei überlegte ich mir, was ich am Tag machen sollte.
    
    Als erstes fragte ich den Wirt, ob es im Dorf Dachdecker oder Zimmerleute gab. Der Wirt kratzte sich am Kopf und meinte, dass es jemanden gäbe, aber er sei ein seltsamer Mensch und er wüsste nicht, ob ich etwas mit ihm anfangen könnte. Der Wirt gab mir den Namen und ...
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